The Sound Of Animals Fighting - The ocean and the sun

The Sound Of Animals Fighting- The ocean and the sun

Epitaph / SPV
VÖ: 05.09.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Mann beißt Hund

Mensch gegen Tier. Das war schon immer ein Thema wert und wird es wohl auch bleiben. In 10,000 B.C. lässt Roland Emmerich primitive Typen, die angeblich unsere Vorfahren gewesen sein sollen, gegen gewaltige Mammuts antreten. Im Römischen Reich zerfleischten Löwen arme Sklaven. Aber auch noch heute werden Menschen qualvoll von Tieren umgebracht: Als Partygag wollte ein Kerl den 20 cm langen Tropenfisch des Gastgebers lebendig verschlucken - er erstickte jedoch, weil der Fisch seine Rückenstacheln dabei aufrichtete. Und da sich das angespannte Verhältnis mit dem Aufkommen von tierischen Aliens in absehbarer Zeit nicht entspannen wird, ist es umso wichtiger, dem Ganzen endlich ein Konzeptalbum zu widmen.

Genau dafür stehen The Sound Of Animals Fighting schon mit ihrem Namen: Den alltäglichen Kampf der Natur und der Tiere mit all ihren Gewalten und universellen Mythen gegen uns, den Menschen, die kranke Nachgeburt der Evolution. Dennoch ist "The ocean and the sun" auf den ersten Blick gar nicht so blutrünstig, wie es die Geschichte eigentlich vorgibt. Kein Instrumentengemetzel, keine musikalischen Verfolgungsjagden auf Leben und Tod, stattdessen abermals weltumfassende Musikgeschichte: aus der folkig-orientalen Steinzeit, über ein noiserockendes Mittelalter und den Jazz der Moderne, bis hin zur postmodernen elektronischen Gegenwart. Natürlich resultiert diese Vielfalt zum einen daraus, dass die Mitglieder von The Sounds Of Animals Fighting bekanntlich aus ganz unterschiedlichen Bands wie Saosin, Circa Survive oder Finch stammen; zum anderen wurde aber auch das Konzept selbst noch einmal vertieft und noch weiter abstrahiert. Wenn auch nur mit durchwachsenem Erfolg.

So werden nun aus dem recht bodenständigen Schaf oder dem Wolf, als welche die Bandmitglieder auftraten, ein Walross, ein Stinktier, ein Luchs oder auch eine Nachtigall. Das mag zwar erst einmal witzig und marginal klingen, schlägt sich aber am Ende maßgeblich auf die Musik des Albums nieder. Die Bandbreite wird nun zwar größer, gleichzeitig werden neben den individuelleren Tierarten aber auch die Themen der Naturgewalten, der Diskrepanz zwischen Mensch und Natur und der Universalität zunehmend verkopfter und komplizierter. Dem widerspricht zwar die scheinbar zugänglichere Musik, genau das aber ist das Paradoxe an der Geschichte: Es macht das Ganze nicht eben einfacher. An vielen Stellen klingt "The ocean and the sun" deswegen schon fast ambient, ohne es jedoch zu sein. Allein die mannigfaltigen Motivwechsel, Spielereien und Hintergrundgeräusche sind nämlich des Öfteren aufreibender als so mancher Kampf zur besten Paarungszeit. Oder skurriler als so mancher Tod mit Tiereinwirkung. Der Teufel steckt eben im Detail.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • The ocean and the sun
  • The heraldic beak of the manufacturer's medallion

Tracklist

  1. Intro
  2. The ocean and the sun
  3. I, the swan
  4. Another leather lung
  5. Lude
  6. Cellophane
  7. The heraldic beak of the manufacturer's medallion
  8. Chinese new year
  9. Uzbekistan
  10. Blessings be your Mister V
  11. Ahab
  12. On the occasion of wet snow

Gesamtspielzeit: 51:40 min.

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Affengitarre

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Registriert seit 23.07.2014

2019-01-05 23:50:56 Uhr
Hör dir mal die Liveversion von "Horses in the Sky" an, die ist ein Bonustrack der Reissue vom Debüt. Viel geiler als die Albenversion.

Affengitarre

Postings: 4834

Registriert seit 23.07.2014

2019-01-05 23:50:00 Uhr
Aber der Vorgänger hat echt geile Sachen. "Skullflower", "My Horse Must Lose", "Stockhausen". Aber gleichzeitig gibt es kaum etwas nervigeres als "Un'aria" oder die komischen Zwischenspiele. Sehr durchwachsen. Manchmal geht das Experiment auf, manchmal nicht.

The MACHINA of God

Postings: 15554

Registriert seit 07.06.2013

2019-01-05 23:46:03 Uhr
Haha, der dreht echt nochmal gut ab.

Affengitarre

Postings: 4834

Registriert seit 23.07.2014

2019-01-05 23:46:02 Uhr
Schön spirituell der Song.

Affengitarre

Postings: 4834

Registriert seit 23.07.2014

2019-01-05 23:44:37 Uhr
Die Rezension zum Album hier auf plattentests ist eigentlich ganz schön. Nur würde ich trotz allem bei der Wertung zwei Punkte draufpacken.

Der Song ist auch wieder ganz schön. Technisch ist das natürlich wieder allererste Sahne, es gibt immer wieder geile Parts. Aber es fehlt doch noch ein wenig zum Meisterwerk. Aber gelungener Closer, doch.
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