Hawthorne Heights - Fragile future

Hawthorne Heights- Fragile future

Victory / Soulfood
VÖ: 08.08.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Das Leben nach dem Tod

"Casey Calvert" steht da geschrieben. Verantwortlich für den Dienst an der Gitarre und zwischendurch auch am Mikrophon. Irgendein Gitarrist halt - und sonst? Was Nichtwissende als stinknormale Besetzungsinfo im Booklet abtun würden, ist für Fans von Hawthorne Heights schon etwas Besonderes. Immerhin weilt Calvert seit gut neun Monaten nicht mehr auf dieser Welt. "We won't add another guitar player or add another screamer. In our albums, it'll always say 'Casey Calvert: guitar/vocals'." hat die Band damals verlauten lassen und im Falle von "Fragile future" Wort gehalten. Feine Geste.

Und so pervers es auch klingen mag, fügt sich doch gerade so ein Schicksalsschlag perfekt in den Gesamtkontext des Quar ... Pardon ... Quintetts aus Ohio ein. Mitunter versinken die Herrschaften auf Album Nummer drei noch mehr in verträumte, melancholische Weiten, als es Cover und Titel schon andeuten. "Sugar in the engines" ist so ein Fall. Balladesk, nachdenklich, fast schon monoton. Oder "Disaster", das von dichter, düsterer Atmosphäre, zarten Pianoklängen und treibendem Refrain lebt. Reicht noch nicht? Mit "Four become one" legen sie nach und drücken so richtig auf das Gemüt. "When five becomes four and four becomes one", heißt es in ihrer Abschiedshymne. Da wird mancher Emopoprocker zum Taschentuch greifen.

Doch so schön die leiseren Töne der Jungs in der Vergangenheit waren und auch auf dem aktuellen Longplayer sind, so ist es doch erfreulich, dass man Trauer auch mit etwas mehr Schmackes und Saitenarbeit verarbeiten kann. "The business of paper stars" geht gut voran. Das ungemein poppig-flotte "Rescue me" ebenfalls. Gitarren, Breaks, Backgroundgesang und über allem unendliche Weiten. Auch an "Desperation" und "321" gibt es nichts zu meckern. Einziger Nachteil: Man weiß haargenau, was man bekommt. Überraschungen gibt es woanders. Und so wird in einigen Wochen und Monaten die Erinnerung an Casey Calvert und seinen seltsamen Tod im Tourbus vermutlich noch präsenter sein als "Fragile future".

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Rescue me
  • Until the judgement day
  • Corps of corpses

Tracklist

  1. The business of paper stars
  2. Rescue me
  3. Until the judgement day
  4. Somewhere in between
  5. Sugar in the engine
  6. Desperation
  7. Four become one
  8. 321
  9. Disaster
  10. Let go of everything you know
  11. Corps of corpses
  12. Come back home (Reprised)

Gesamtspielzeit: 43:22 min.

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