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Soundtrack - Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe

Soundtrack- Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe

Vertigo / Universal
VÖ: 22.08.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Keine Lieder über Liebe

Es sind die ewigen Momente der Filmgeschichte: Während Cat Stevens seinen Song "Don't be shy" schmachtet, den er exklusiv für den Film "Harold and Maude" verfasste, baumelt Harold Chasen am selbsterrichteten Galgen vor den Augen seiner Mutter. Oder der junge Ben Braddock, der zu Beginn des Films "Die Reifeprüfung" zu den zarten Klängen von Simon & Garfunkels "The sound of silence" seinem turbulenten Leben entgegenrollt: unvergessen. Und genau diese Zielvorgabe formulierte Leander Haußmann, als er die Kneipenromantiker von Element Of Crime fürs Komponieren von Musik einspannte, die untrennbar mit den Bildern seines neuen Films verschmelzen sollte.

Es ist nicht das erste Zusammentreffen: Haußmann verfilmte "Herr Lehmann", den erfolgreichen Debütroman von Sven Regener. Und Element Of Crime spielten für Haußmanns Film "NVA" das Traditional "My Bonnie is over the ocean" und Dylans "It's all over now, baby blue" ein. Und genau dieser Bob Dylan ist es nun, der beide ein weiteres Mal zusammenführt. Robert Zimmermann, Geburtsname von Dylan sowie Name des Protagonisten im Film, muss sich wundern. Und Sven Regner singt dazu, unaufgeregt, konkret und lapidar: "Doch Du weißt / Dass man nicht einfach dreist / Und ungestraft Robert Zimmermann heißt" Es ist die Bürde der Welt, in der ein Typ wie Robert Zimmermann kein ganz normaler Zeitgenosse sein kann.

Der Film "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe", der thematisch an "Die Reifeprüfung" oder eben auch "Harold and Maude" erinnert, schildert die Irritationen eines Mittzwanzigers, der sich in eine ältere Dame verliebt. Eine Steilvorlage für die feine Beobachtungsgabe von Regener, für die musikalische Raffinesse seiner Band. So lautet das Ergebnis: sieben neue Stücke. Neben den instrumentalen Kompositionen stechen besonders das raubeinige "Death kills" und das zwielichtige "Ein Hotdog unten am Hafen" hervor. Und das rührende "Robert Zimmermann" macht seinem Namensgeber sowieso alle Ehre.

Neben Element Of Crime gibt es mit Lexy & K. Paul, Tiefschwarz und Amos seichte Techno-/House-Einlagen, die maximal als nervig eingeordnet werden können, sowie die stimmungsvollen russischen Traditionals von Vladimir Vissotski. Das leichte "Jennifer Juniper" vom glorreichen Donovan lockert die Schwere. Und kurz darauf beweist der kauzige Ed Csupkay erneut sein Talent als bewegender Geschichtenerzähler. Dass er Haußmann sogar die Mundharmonika am Ende des Stückes "Habe Mut" überlässt, beweist sein Feingefühl: Die Schönheit liegt eben in den kleinen Dingen des Lebens. Das ist auch der Kernpunkt der Rahmenhandlung, deren Verknüpfung von Musik und Bildern im steten Fluss geschieht. "Take me on a trip / Upon your magic swirlin' ship" sang einer dieser Robert Zimmermänner schon vor geraumer Zeit. Einfach mal treiben lassen.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Death kills
  • Ein Hotdog unten am Hafen
  • Robert Zimmermann

Tracklist

  1. Death kills (Element Of Crime)
  2. Ein Hotdog unten am Hafen (Element Of Crime)
  3. Polizeiwachen blues (Roland Heinrich)
  4. Der Boxer (Vladimir Vissotski)
  5. Robert auf der Jagd (Element Of Crime)
  6. Robert und Monika (Element Of Crime)
  7. Weißer Walzer (Vladimir Vissotski)
  8. Trash like us (Lexy & K. Paul)
  9. I can't stop my feet (Amos)
  10. Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe (Element Of Crime)
  11. Über Dir der Mond (Element Of Crime)
  12. Jennifer Juniper (Donovan)
  13. Habe Mut (Ed Csupkay)
  14. Robert Zimmermann (Element Of Crime)

Gesamtspielzeit: 51:37 min.

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