The Ark - We are The Ark

The Ark- We are The Ark

Virgin / EMI
VÖ: 21.05.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Fool\'s gold

"Whatever happened to the funky race / A generation lost in pace?" - bei so manchem Unverbesserlichem wächst die Sehnsucht nach der Vergangenheit ins Unermeßliche und wartet nur darauf, der Welt zur Schau gestellt zu werden. So fühlen sich zu Beginn des neuen Milleniums mehr und mehr Bands berufen, die Klamotten von Anno dazumal aus Papis Mottenkiste zu kramen und die Jahrzehnte zurückzuschrauben. Die alten Zeiten werden gelebt statt nur wiederbelebt.

Wenn Zoot Woman die Keimfreiheit der Achtziger heraufbeschwören, versteht es sich von selbst, daß sie sich zu diesem Zweck in blütenweiße Zwirns von ehedem zwängen und die Tasten auf liebevoll entstaubten Uralt-Synthies schwingen. Und wenn nun The Ark aus Schweden ein glamouröses Glitzern auf der breiten bunten Brust tragen, das einen Freddie Mercury oder Marc Bolan vor Neid erblassen läßt, verrät der Umkehrschluß, was Sache ist: Glamrock ist zurück, und fast könnte man glauben, er sei nie weg gewesen.

"Take it to the stage in a multicoloured jacket!" - ein Hauch von Rocky Horror Show umweht die hell erleuchtete Bühne, und auf ihr stehen fünf Schweden in Federboas, Straßgürteln, Glitzerkostümen und rosa Lederfummeln, für die eine jede Vorzeige-Tunte töten würde, während manch Engstirniger The Ark nur belächeln oder den Kopf schütteln würde. Doch auch für die Unverbesserlichen haben The Ark die passende Retourkutsche parat: "They've forgotten how to play / Maybe they're afraid to feel ashamed / To seem strange / To seem insane / To seem gay". Die Schweden stehen zu ihrem Mut zur Seltsamkeit und wecken mit ihrer naiven Kompromißlosigkeit zuerst Neugierde, dann Entzücken. Mit "It takes a fool to remain sane" liefern sie gleich die passende Hymne für ihre Welteroberung mit, die in Schweden zur Nummer eins avancierte und hierzulande ähnliches verdient hätte.

Natürlich sind The Ark nicht ganz vor dem Trugschluß sicher, daß eine perfekte Fassade den Inhalt nebensächlich werden läßt. Nicht immer wirkt das Songmaterial so überzeugend wie im Falle von "Hey modern days" oder "It takes a fool to remain sane", dessen Schillern alleine schon genügen würde, um bei Nacht ganz Las Vegas zu erleuchten. Doch immer wenn Frontmann Ole Salo Gefahr läuft, von der Reinkarnation Ziggy Stardusts zu dessen kleinem Bruder zu verblassen, reckt er überzeugt und überzeugend die Faust in die Lüfte und schießt eine geballte Ladung Glamour in den Himmel aus Sonne, Mond und Scheinwerferlicht: "I was born to start a revolution!"

(Armin Linder)

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Highlights

  • Hey modern days
  • It takes a fool to remain sane
  • Let your body decide

Tracklist

  1. Hey modern days
  2. Echo chamber
  3. Joy surrender
  4. It takes a fool to remain sane
  5. Ain't too proud to bow
  6. Bottleneck barbiturate
  7. Let your body decide
  8. Patchouli
  9. This sad bouquet
  10. Angelheads
  11. Laurel Wreath
  12. You, who stole my solitude

Gesamtspielzeit: 47:24 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
lego
2011-01-31 00:03:31 Uhr
laut wiki:
Am 8. Dezember 2010 gab The Ark bekannt, dass sie sich im Sommer 2011 auflösen wollen

vielleicht keine schlechte idee.
Mixtape
2011-01-30 23:40:02 Uhr
Mein Favorit ist auch "In lust we trust", danach ging es senkrecht bergab.
lego
2011-01-30 22:21:20 Uhr
"in lust we trust" zeigt ihren höhepunkt, wie ich finde. noch besser als 'we are the ark". was danach ablief, ist allerdings jenseits von gutem geschmack. traurig.
Gordon Fraser
2011-01-30 19:07:06 Uhr
Faszinierendes Debüt. Schade, dass sie danach nie wieder so gut waren.
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