End Of Green - The sick's sense

End Of Green- The sick's sense

Silverdust / Soulfood
VÖ: 15.08.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Hui Deibel

Ach ja, Düstermusiker und ihre Pseudonyme. Im Black Metal nur bis zum ersten Album, also zum Kommerz-Stadium, gang und gäbe und wohl eher Schutz vor Fanatikern. Bei bekannteren Bands fliegt's eh auf; selbst bei Black-Metal-Ikone Tom G. Warrior (Celtic Frost) weiß jeder, dass der Typ eigentlich Thomas Gabriel Fischer heißt. Einzige Ausnahme ist vielleicht noch Pete Steele, aber auch nur deshalb, weil er seinen bürgerlichen Namen Peter Ratajczyk wahrscheinlich selbst nicht aussprechen kann. Insofern wahlweise mutig oder starrsinnig, dass End Of Green immer noch an ihren lustigen Namen "Michelle Darkness", "Sad Sir" oder "Lusiffer" (!) festhalten.

Haben sie eigentlich überhaupt nicht nötig, denn erstens sind die Namen eh bekannt, und zweitens ist alleine die selbst bemalte Schublade "Depressed Subcore" Klischee und Verschleierung genug. Bei - nun ja - Licht betrachtet, haben sich die Stuttgarter damit durchaus Freunde gemacht. Einigen dieser Freunde mag das 2005er-Album "Dead end dreaming" (sic!) möglicherweise ein wenig zu eingängig gewesen sein, weshalb die fünf Schwaben heuer wieder eine etwas sperrigere Richtung einschlagen.

Das beginnt mit dem sehr gewöhnungsbedürftigen Gitarrenmix bei "Dead city lights" und endet mit mehr denn je an bereits erwähnten Herrn Stahl erinnernden Vocals. Auch wenn Michelle Darkness aka Michael Huber es insbesondere bei "Let sleeping gods lie" ein wenig übertreibt, brummt er seine Vocals doch derart gepresst heraus, als bräuchte Pete Steele dringend eine Packung Maaloxan. Doch bei aller Lästerei: End Of Green können dann überzeugen, wenn etwas mehr Dampf auf dem Kessel ist. Wie bei "Pain hates me" oder "Die lover die", die durchaus das Niveau von fitten Paradise Lost erreichen können. Was allerdings die völlig deplatzierten Growls bei "The sickness crown" sollen, weiß nur der Deibel persönlich.

Größtenteils jedoch gruften End Of Green durchaus passabel. Nie wirklich überragend, dafür klammern die Herren über weite Strecken zu heftig an den genannten Vorbildern. Ein wenig mehr Emanzipation von den Vorbildern darf beim mittlerweile sechsten Album durchaus sein. Doch ein wirklicher Ausfall lässt sich höchstens mit der schnarchnasigen Powerballade "Sunday mourning" (auch das Wortspiel gab's schon) festhalten. Insofern sind gute Ansätze vorhanden, mehr als eine Type-O- oder Paradise-Lost-Coverband zu sein. Man muss das Potenzial nur nutzen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Die lover die
  • Pain hates me
  • Ghostdance

Tracklist

  1. Dead city lights
  2. Killhoney
  3. Anthem for a new wave
  4. Hurter
  5. Die lover die
  6. Let sleeping gods lie
  7. My crying veins
  8. Pain hates me
  9. The sickness crown
  10. Ghostdance
  11. Sunday mourning
  12. Bury me down (The end)

Gesamtspielzeit: 57:24 min.

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