Donavon Frankenreiter - Pass it around

Donavon Frankenreiter- Pass it around

Lost Highway / Universal
VÖ: 22.08.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Die Flatter

Donavon Frankenreiter hatte ja noch nie ein gutes Händchen für die künstlerische Gestaltung seiner Platten. Aber das Szenario der Vorderseite seines dritten Albums "Pass it around" ist nun so was von saublöd, dass man sich beinahe dazu genötigt fühlt, die darunter verpackte Musik von vornherein schon scheiße zu finden. Glücklicherweise weiß man aber, was für ein gesegnetes musikalisches Talent im kalifornischen Profisurfer steckt. Das fantastische "Move by yourself" hallt noch nach, während man einigermaßen angewidert die neue CD aus ihrer Verpackung herausquält.

Und tatsächlich: Die ersten Klänge scheinen beinahe versöhnlich. "Life, love & laughter" ist so clever und zurückgelehnt wie der ganze Vorgänger. Auf den Spuren von Janis Joplin und Jim Morrison hat Frankenreiter seine neusten Kreationen in den berühmten Sunset Studios in Los Angeles aufgenommen. Im Verlauf der Platte hört man hiervon nicht allzu viel. Doch Spaß dürften die Sessions gemacht haben. Ganz voran die Aufnahmen zu "Your heart", dem definitiven Höhepunkt von "Pass it around".

Da trällern sich mexikanische Trompeten in den Vordergrund, Streicher schweben über Xylophonpartituren, und Frankenreiter säuselt charmant eine seiner schönsten Melodien in die vielleicht wertvollsten Mikrophone dieser Welt. Doch bleibt dieser Song diesmal die einzige Überraschung. Ausgerechnet den vielerorts bejubelten Blues und den fidelen Funk des Vorgängers schmeißt Frankenreiter großflächig aus den neuen elf Songs heraus. Als Resultat kommt hierbei ein durchaus netter, aber doch ein bisschen hilflos wirkender Mix aus dem Jack-Johnson-verwandten, selbstbetitelten Debüt und dem feurigen "Move by yourself" heraus.

Da nützt das an Van Morrison mahnende "Come together" mit seiner stilvollen Orgel und auch der wundervolle Mittelteil des Titelsongs nicht mehr viel: Donavon Frankenreiter hat seine Chancen nicht genutzt. Was bleibt, ist ein ziemlich hässliches Artwork, ein großer, zwei kleine Hits und eine ganze Reihe von durchschnittlichem Füllmaterial. Da der Herr zumindest musikalisch mehr auf der Pfanne hat, enttäuscht "Pass it around" mit seiner Richtungslosigkeit doch ziemlich. Und lässt für die Zukunft einige Fragen offen. Move by yourself.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Your heart

Tracklist

  1. Life, love & laughter
  2. Too much water
  3. Come with me
  4. Your heart
  5. Hit the ground running
  6. Mansions on the sand
  7. Someone's something
  8. Sing a song
  9. Pass it around
  10. Come together
  11. Everything to me

Gesamtspielzeit: 41:08 min.

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