Mo Solid Gold - Brand new testament

Mo Solid Gold- Brand new testament

Chrysalis / EMI
VÖ: 04.06.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Let love rule

Wofür entscheidet man sich, wenn man als talentierteste Band Großbritanniens gilt, von den dortigen Weeklies zu den Vorreitern der "New Wave Of The New Wave" ausgerufen wird und allerorten das Haus sowas von rockt? These Animal Men entschlossen sich für das Zweitnaheliegendste nach der Millionenkarriere: die Auflösung. Nachdem Lipgloss und Kajal eingemottet waren, entdeckten vier blasse Jungs ihre Vorliebe für dunklere Klänge. Statt Britpop und Waverock schepperten plötzlich Soulvibes und Rockrotz um die Wette. Zum Glück fehlte eigentlich nur noch ein charismatischer Vorsteher. Kaum riefen sie über eine Kleinanzeige nach den Schreihälsen dieser Welt, platzte auch schon Goldkehlchen Kevin in den Proberaum, strich seinen Namen auf ein prägnantes K zusammen und schenkte den pulsierenden Songs eine fette Portion Charisma. Mo Solid Gold waren geboren.

Statt mürrischem Inselmief verbreiten Mo Solid Gold dreckig-beseelten Soul amerikanischer Fertigung. Schweißtreibende Riffs zwischen Schweinerock und Straßengrooves treffen auf Ks zupackende Vocals, die ein Flair von Motown und Stax verbreiten. Der Mann, der von der Insel-Presse unpassenderweise bereits als Bruder von Skunk Anansies Skin gehandelt wird, hat seine Mission gefunden. "I clap my hands for a new day." Als Hohepriester des beseelten Rock verheiratet er Lärm, Lust und Leidenschaft zu einem flotten Dreier. Selbst wenn K sich auf zartschmelzende Verse besinnt, klebt hier nichts. Nur die Melodien schleichen sich geradewegs mitten ins Gehörzentrum und sorgen für extrovertiertes Glitzern in der Luft.

Schon wenn die grooveschwangere Hammondorgel im Opener "Prince of the new wave" losjault, perlen die ersten Schweißtropfen von der Stirn. Atemlos aufgerissene Verstärker huldigen einer "Miss America in space", schweben über den "Motorway" und verkündigen den "Personal saviour". Die Botschaft ist so alt wie eindeutig: "Come together". Doch lange hat es niemanden mehr gegeben, der sie derart auslebte wie K. Auf den Knien rutschend beschwört er seine Zuhörer und fleht die Himmel an. Noch in dieser Pose verbreitet er mehr Sex als alle wandelnden Bauchnabelpiercings, die die Frage "Voulez-vous coucher avec moi?" für das Höchstmaß der Erotik halten. Hier buchstabieren dreckige Bettlaken das Wort "Hingabe" mit Bluesharp, Funklicks und Knistergitarren. Mittendrin schnappt sich ein durchnäßter K das Mikrophon und wackelt mit dem Arsch. Zielsicher greift er nach den Eiern der Songs und malt sie schwarz an. Solche Farbe braucht der Mensch.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Prince of the new wave
  • Love keep on
  • Personal saviour
  • On my mind

Tracklist

  1. Prince of the new wave
  2. David's soul
  3. Love keep on
  4. Spooky too
  5. Colouring in
  6. Miss America in space
  7. Personal saviour
  8. Ghost in my house
  9. Motorway
  10. On my mind
  11. Come together
  12. Mo trilogy

Gesamtspielzeit: 46:19 min.

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