K's Choice - Almost happy

K's Choice- Almost happy

Double T / Sony
VÖ: 25.09.2000

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Beinahe ein Lächeln

Als sich die Geschwister Gert und Sarah Bettens 1993 zusammentaten, um unter dem Namen The Choice ein Album voller zerbrechlich wirkender Lieder aufzunehmen, ahnten sie noch nicht, daß Songs wie "My heart" bald schon auf Festivals nicht nur in ihrem Heimatland Belgien die Massen begeistern sollten. So versammelten die beiden eine Band um sich herum und drehten die Verstärker lauter. Unter dem Namen K's Choice gelang ihnen ein großartiges Album ("Paradise in me") und mit "Not an addict" ein Song, der auch heute noch in jedem Club für volle Tanzflächen sorgt. Die Lust an der musikalischen Anarchie, die besonders die Antwerpener Szene um dEUS und Zita Swoon auszeichnet, blieb ihnen aber fremd. Viel wichtiger erschien ihnen stets der Song an sich.

Die regelmäßig für Gänsehaut sorgende Symbiose der Stimmen von Sarah und Gert läßt sich auch auf "Almost happy" von perlenden Gitarren umschweben, daß es nur so eine Freude ist. Sarah erzählt mal melancholische, mal kindlich-naive Geschichten voller Poesie. Wer meint, keine Träume mehr zu haben, findet sie in Zeilen wie "If I could look beyond your face / And photograph your hidden place / Would I find you smiling in the picture?" wieder. Wenn Sarah träumt, träumt sie von fremden Welten und fremden Köpfen. "If you were my head / You'd know where it hurts." Die sanften Klänge treffen auf geschlossene Augen und tragen den Hörer auf weichen Wolken hinfort. Dort oben wird selbst kindliche Angst ernst genommen. "Anytime tomorrow the sun will seize to shine / There's a shadowman who told me so." Die Tränen sind ehrlich und Sarah reicht die Taschentücher.

Bittersüße Melodien finden ihren Platz im aufgeräumten Sound. Es darf auch mal ein ganz simples Lied sein, um die ehrlichen Gefühle zu transportieren. Solche Momente bietet "Almost happy" an allen Ecken. Die kleinen Fehler und Ängste, die wir alle mit uns herumtragen, können wir hier beruhigt miteinander teilen. "All that I am is / all I was taught to be." Die Kraft, um daraus neuen Mut zu gewinnen, geben uns diese Songs. Wenn uns schließlich in "We're already there" Sarahs nackte Stimme ein ergreifendes Klagelied singt, erscheint der Schrecken des Todes, von dem sie hier singt, beängstigend real. Glücklicherweise läßt "Almost happy" niemanden allein, und so gelingt auch in diesem Moment voller Trauer beinahe ein Lächeln.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Almost happy
  • Shadowman
  • Busy
  • All

Tracklist

  1. Intro
  2. Another year
  3. Almost
  4. Tired
  5. Live for real
  6. Somewhere
  7. Home
  8. My head
  9. Always everywhere
  10. Shadowman
  11. Favourite adventure
  12. Busy
  13. All
  14. We're already there

Gesamtspielzeit: 47:21 min.

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