The Dandy Warhols - Earth to The Dandy Warhols

The Dandy Warhols- Earth to The Dandy Warhols

Beat The World / Cooperative / Universal
VÖ: 22.08.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Cowboy junkies

Es war ein hartes Stück Arbeit für die Dandy Warhols, ihren guten schlechten Ruf wiederzuerlangen. Da hatten sie doch bloß einen Song für einen Mobilfunk-Werbespot veräußert, um die finanzielle Seite des Grasbeschaffungsproblems mittelfristig zu entschärfen, und plötzlich waren sie die Band, die jeder mochte. Da half nur noch, die Kids auf einer Single zum Marihuana-Konsum aufzufordern und Keyboarderin Zia McCabe im Internet nackte Tatsachen präsentieren zu lassen. Die Sache war noch mal gutgegangen und das Quartett wieder eine skandalöse Rockband, die doch nicht in die Charts musste. Zumindest nicht für lange.

Und damit so was nicht noch mal passiert, haben sich The Dandy Warhols mit eigenem Label selbständig gemacht und dürfen nun auf ihrem sechsten Album ganz offiziell das sein, was sie eigentlich schon immer waren: ein durchgeknallter Haufen charmanter Kiffer, der auf seinen Raubzügen durch die bunte Welt der Popmusik alles mitgehen lässt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Halluzinogene Rockmusik mit Spacecake zum Nachtisch, staubigen Indie-Country für den langen Wüstenritt und fräsenden Drone-Psych, als hätte man die Köpfe der Beach Boys kurzerhand auf die Mitglieder von Monster Magnet verpflanzt. Die musikalischen Gäste heißen dann auf "Earth to The Dandy Warhols" aber "nur" Mark Knopfler und Mike Campbell von Tom Pettys Heartbreakers und dürfen mit der Band gerade mal den recht harmlosen "Love song" einklampfen.

Natürlich haben Courtney Taylor-Taylor und seine Kollegen den Dreh zur sofort löslichen Melodie und zum verdrogten Surfrock-Feeling nach wie vor raus. Das heißt aber lange noch nicht, dass sie einem das pausenlos auf die Nase binden müssen. Lieber überlagern sie Popsongs mit wildgewordenen Bläsern, Fettaugen-Keyboards und tonlosem Wave-Funk und geben abwechselnd die nerdigen Frickelfreaks und die Cowboy-Rock-Rüpel. "Welcome to the third world" zeigt die Band beim Ausleben ihrer gesammelten Talking-Heads-Obsessionen, dann wieder erinnert Taylor-Taylors stänkerndes Gebrummel auf einmal an Iggy Pop oder Jon Spencer - und so gar nicht an den schnuckeligen Typ, der dauernd "I like you" beteuert. Aber das wäre gerade bei Songs wie dem wüsten Country-Punker "The legend of the last of the outlaw truckers aka The ballad of Sheriff Shorty" oder der Single "Mission control" mit ihrem grob gestrickten Elektronik-Antrieb auch so, als wäre James Blunt beim Black Rebel Motorcycle Club eingestiegen.

Und so ist auch "Earth to The Dandy Warhols" am Ende wieder ein köstlicher Spaß. So richtig hanebüchenen Unfug wie "Musée d'nougat", einen vierzehnminütigen Ambient-Rundgang durch die Schokoladenfabrik, oder das albern hoch und runter gepitchte "Valerie Yum" muss man da halt verkraften können. Aber mal ehrlich: Was wäre ein Dandy-Warhols-Album ohne latent galoppierenden Schwachsinn und schulterzuckendes "So sind sie halt"? Guter schlechter Ruf verpflichtet eben.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Mission control
  • Welcome to the third world
  • The legend of the last of the outlaw truckers aka The ballad of Sheriff Shorty

Tracklist

  1. The world the people together (Come on)
  2. Mission control
  3. Welcome to the third world
  4. Wasp in the lotus
  5. And then I dreamt of Yes
  6. Talk radio
  7. Love song
  8. Now you love me
  9. Mis amigos
  10. The legend of the last of the outlaw truckers aka The ballad of Sheriff Shorty
  11. Beast of All Saints
  12. Valerie Yum
  13. Musée d'nougat

Gesamtspielzeit: 69:22 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Demon Cleaner
2008-12-07 17:37:00 Uhr
Hört sich gut an, wenn die doch mal etwas weiter in D-Land rumtouren würden...
U.R.ban
2008-12-07 17:35:59 Uhr
Unglaubliches Konzert gestern in Köln:
Weiß nicht genau, we lang sie gespielt haben, aber mindestens 2 einhalb Stunden ohne Pausen. Kurz vor 12 waren se erst fertig. Insgesamt haben die 25(!) Lieder gespielt, allein schon 7 von Thirteen Tales und auch mal so Sachen wie You come in burned und Little drummer boy. Das neue Album ging sehr gut ab, besonders Outlaw Truckers und Whasp in the lotus. Publikum war toll, gut mitgemacht bei so ziemlich vollem Gebäude 9, wr schön zu hören, dass für die Dandys Köln die beste Stadt in Europa zum auftreten ist. Und Zia war äußers bezaubernd, am Ende hat se noch ein Ständchen geträllert.
Muss schon sagen, ich könnte mich nicht erinnern, dass ich jemals auf einem Konzert so geschwitzt habe und am nächsten Tag einen dermaßen steifen Nacken zu haben.
Wahnsinns-Abend gestern!
U.R.ban
2008-12-06 16:49:41 Uhr
Heut abend ist es endlich soweit. Noch jemand in Köln?
Nils
2008-10-27 13:44:27 Uhr
wer ist denn bitte Incubus, die muss man aber nicht kennen, oder;-)
Demon Cleaner
2008-10-25 12:39:42 Uhr
Das Video zu "The World Come On" ist aber stark von "Wish You Were Here" von Incubus geklaut. Sieht trotzdem schick aus.
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