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Cyndi Lauper - Bring ya to the brink

Cyndi Lauper- Bring ya to the brink

Epic / Sony BMG
VÖ: 01.08.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Girls just wanna have groove

Wie sich die Zeiten doch ändern! Eigentlich zählt man mit Fünfzig doch schon zur Zielgruppe von Altentagesstätten und Butterfahrten. Die Generation Pop aber, die uns damals in den Achtzigern viele seltsame Frisuren, Make-Ups und Klamotten aufdrängte, will viel lieber zurück in die Disco. Nach dem abendkleidkompatiblen "At last" und dem relaxten Akustikrückblick "The body acoustic" interessiert sich auch Cyndi Lauper wieder für Stroboskop und Sequencer. Und nachdem uns zuletzt ihre ehemalige Lieblingsfeindin Madonna gezeigt hatte, dass selbst dickste Beats nicht verhindern können, dass man vom eigenen Fleisch fällt, versucht es Lauper mit etwas mehr Substanz.

"Bring ya to the brink" ist Laupers erstes Album mit eigenem Material seit elf Jahren. Wer sich in der Zwischenzeit mit Cajun, Zydeco und der Dreigroschenoper beschäftigte, hat möglicherweise nicht mehr ganz den Finger am Puls der Zeit. Wer sich dann aber wie sie die Dienste von Richard Morel, Kleerup, The Scumfrog, Digital Dog, DJ Emz oder Basement Jaxx sichert, hat mindestens gute Berater. Und mit dem glitzernden Disco-House von "Same ol' story" machte Lauper denn auch gleich mal die Nummer Eins der US-Club-Charts klar. Das war ihr seit "Girls just wanna have fun" nicht mehr geglückt.

"Bring ya to the brink" kreist um diverse Methoden, Tanzbeine zucken zu lassen. Das laszive "High and mighty" ringt mit den Filtern, und "Give it up" lässt den Synthesizer stottern. Die Bläser von "Set your heart" hingegen stammen noch direkt aus der Zeit, als John Travolta "Nur Samstag Nacht" im Sinn hatte. Die blubbernden Analogbässe von "Into the nightlife" pushen einen weiteren Zappel-Hit vor sich her, der statt auf Timbaland noch Timberlake lieber auf den guten Max Martin setzt. Die Portion Melancholie im Blitzlicht steht dem Song ausgezeichnet.

Überhaupt sollte man aus den kunstvoll verbeulten Stromlinien, die heutzutage zum Dancefloor-Chic gehören, nicht schließen, Lauper hätte die Melodien vergessen. Dass sich die Strophe von "Grab a hold" ganz dezent bei Madonnas "Like a virgin" bedient, ist sicherlich nur Zufall. Die synthetische Opulenz des Refrains von "Echo" wird durch den Minimalismus der Strophe erst entsprechend exponiert. Der Zick-Zack-Groove von "Lyfe" hat Soul im echten Wortsinn, und das mollene Treiben von "Raging storm" macht sich ernste Gedanken um die Lebensführung ihrer Berufsgruppe. "You're clouding my mind with celebrity / You can fight for the right to be / But you better not do a bad show on MTV."

Wenn die versammelten Produzenten Modernität durch Rückbesinnung auf Dance-Tugenden der letzten dreißig Jahre suchen, gelingt ihnen die Kurve an der Beliebigkeit vorbei nicht immer. Lauper stört sich daran wenig und verbindet das zappelige Songdutzend durch ihre noch immer unverwechselbare Stimme. Zwischen dem Kratzen des Openers, dem Glucksen von "Rocking chair" und der Sanftheit von "Rain on me" findet sie stets den passenden Ton. Und für optische Albernheiten ist sich Lauper längst zu schade. Das sollte sich Frau Ciccone-Ritchie auch mal angewöhnen.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Into the nightlife
  • Echo

Tracklist

  1. High and mighty
  2. Into the nightlife
  3. Rocking chair
  4. Echo
  5. Lyfe
  6. Same ol' story
  7. Raging storm
  8. Lay me down
  9. Give it up
  10. Set your heart
  11. Grab a hold
  12. Rain on me

Gesamtspielzeit: 49:36 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Michael
2008-09-24 17:07:26 Uhr
Super album, gerade für mich entdeckt. "Into the nightlife" ist ein Song, für den Mdonna 2008 töten würde.
Tiner
2008-08-07 21:45:07 Uhr
das Album ist sehr gut. Bis auf 2 Songs hat es keine Hänger, und ihre Stimme ist vielseitiger denn je und nicht dünner! Sie singt einfach verhaltener, was mir sogar sehr gefällt. Into The Nightlife ist ja der absolute Knaller.
Tiner
2008-08-07 21:44:20 Uhr
das Album ist dsehr. Bis auf 2 Songs hat es keine Hänger, und ihre Stimme ist vielseitiger denn je und nicht dünner! Sie singt einfach verhaltener, was mir sogar sehr gefällt. Into The Nightlife ist ja der absolute Knaller.
Leatherface
2008-08-07 21:36:39 Uhr
Ein ordentliches Album hat die Cyndi da gemacht. Um Welten schmissiger als der letzte Madonna-Output.
Mixtape
2008-07-09 22:24:17 Uhr
Die Stimme ist mit den Jahren etwas dünn geworden, aber mir gefällt, dass sie wie Robyn und Annie vor allem mit skandinavischen Produzenten arbeitet, die haben einen guten Stil.
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