The War On Drugs - Wagonwheel blues

The War On Drugs- Wagonwheel blues

Secretly Canadian / Cargo
VÖ: 11.07.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Kolumbien 1, USA 0

Good times all around gerade für Amerikas Neocons: Ihr Mann für die nächste Wahl könnte der erste Präsidentschaftskandidat werden, der sein Rednerpult beim landesweit live übertragenen TV-Duell nur mit Unterstützung eines dieser praktischen Senioren-Gehhilfe-Wägelchens erreichen kann. Der Junge von der anderen Seite perforiert ihn derweil mit einer tadellos inszenierten Medienoffensive, bei der selbst den aktuellen Platzhaltern im Weißen Haus die Lust an der Fuchsjagd vergehen müsste. Kriegspielen ist sowieso nicht mehr das, was es mal war, und jetzt wenden sich auch noch die eigenen Slogans gegen einen. The War On Drugs, hihi, so kann man das natürlich auch sehen. Am besten dann bei Fox News.

Von Philadelphia aus sucht diese Band nach Möglichkeiten, eine eigene Version amerikanischer Traditionsmusik zu spielen und gleichzeitig ihrem Namen alle Ehre zu machen - sie klingt dabei allerdings eher nach einer abgebrochenen Truppe von Westküstentypen, die länger schon kein Sonnenlicht mehr gesehen haben. "Taking the farm" ist da noch der beschwingteste Song, eine Art "Walk of life" in Löschpapier eingewickelt, das näher dran bleibt an seinen Vorbildern als die meisten Stücke auf "Wagonwheel blues". Classic Rock könnte aber auch "A needle in your eye #16" mal gewesen sein, bevor es mit den Neurosen einer erfolglosen Psychedelic-Band gefüttert wurde. Und nichts mehr übrig bleibt davon schließlich in "Reverse the charges", das sich als Ambient-Timeout vor den letzten großen Aufbäumer der Platte stellt.

"Show me the coast" erstreckt sich über zehn Minuten und mehrere Jahrzehnte Gitarrenrock; es geht mittendrin los und bewegt sich auch nicht viel, weil es ohnehin nur da ist, damit der bemerkenswerte Texter Adam Granduciel sein Amerika-Manifest von Trotzigkeit und Widerstand verkünden kann. Musikalisch wertvoller sind The War On Drugs in "There is no urgency", das ähnlich verschludert auch von Animal Collectie denkbar wäre - selbst wenn die natürlich nie zugeben würden, sich gerne mal bei Creedence Clearwater Revival zu bedienen. Granduciel sieht das nicht so eng: Er stürzt seine Band lieber in die Feierlichkeiten von "Arms like boulders" und trocknet sich anschließend die Hände an den Resten einer verbrannten USA-Flagge ab. Ein selbstgerechter Patriot Act, vielleicht. Und ganz sicher einer der Gerechten.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Arms like boulders
  • Taking the farm
  • There is no urgency
  • A needle in your eye #16

Tracklist

  1. Arms like boulders
  2. Taking the farm
  3. Coast reprise
  4. Buenos Aires beach
  5. There is no urgency
  6. A needle in your eye #16
  7. Reverse the cahrges
  8. Show me the coast
  9. Barrel of batteries

Gesamtspielzeit: 43:02 min.

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