Sparkadia - Postcards

Sparkadia- Postcards

PIAS / Rough Trade
VÖ: 25.07.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Alle Welt

Verschlissen und verblasst fristen sie ihr Dasein in den Schubladen alter Schränke. Gedanken, niedergeschrieben an fremden und fernen Orten, gesendet an die Heimat. Lebensstationen lassen sich rekonstruieren, Beziehungen lodern kurz auf. Kapstadt, Moskau, Birmingham - die Welt wird zu einem einzigen Netzwerk der Kontakte. "Postcards", Postkarten. Das Quartett Sparkadia aus Sydney sammelt diese verstreuten Eindrücke und bindet sie zu einem Album voller Bilder, verstaubter Erinnerungen und herzerweichender Popsongs.

Der Gedanke ist so aufdringlich, dass er schon so vielen Bands eingefallen ist: die Welt verbinden, mit einer einfachen Melodie. Doch ist das handwerkliche Geschick der Australier mit dem Austüfteln einer Melodie längst nicht erschöpft. Ihr Debüt "Postcards" pflanzt sich musikalisch geschickt in die Kerbe all der britischen Popbands, die auf ihrem Triumphzug durch die Popgeschichte unvergessen bleiben: die Beatles, Fleetwood Mac, The Cure, The Smiths, Coldplay. Hier wird so vieles erschreckend richtig gemacht, dass man nicht umhin kann, Sparkadia ein Dutzend Handküsse zu senden.

Man schließe die Augen und folge dem Strom des Openers "Too much to do", der vorsichtig aufblüht, sich nach und in den Tag hineintanzt. Verschmitzt singt Alex Burnett vom Desaster des menschlichen Lebens: "Too much to do / And there's not enough time." Und alle tanzen dazu. Es ist der Versuch der Annäherung an die Formel der Popmusik. Der große Hit namens "Jealousy" beantwortet gegen Ende der Platte alle offenen Fragen und setzt den glorreichen Höhepunkt einer trunken machenden musikalischen Reifeprüfung.

Die behutsam eingesetzten Chöre, die leichten Keyboardklänge und der wunderbare Gitarrensound versehen "Postcards" mit der bitteren Prise Melancholie, die lediglich bei "Space & time" dann doch zu sehr übers Ziel hinausschießt. Auch den Abschluss "Sleeping lion" hätte man sich vielleicht etwas weiter abseits von Iain Archer gewünscht, mit mehr Tamtam und Pauken. Doch ändert dieser Eindruck nichts am erhabenen Erscheinungsbild von "Postcards", welches ein verblüffendes Debüt einer zum Absprung bereit stehenden Band ist. Zur großen Freude der wachsenden Zahl der Empfänger.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Too much to do
  • Connected
  • Up in the air
  • Jealousy

Tracklist

  1. Too much to do
  2. The kiss of death
  3. Morning light
  4. Help yourself
  5. Connected
  6. Our own way
  7. Animals
  8. Up in the air
  9. The last thing you need
  10. Jealousy
  11. Space & time
  12. Sleeping lion

Gesamtspielzeit: 45:14 min.

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  • Sparkadia (10 Beiträge / Letzter am 05.11.2008 - 20:06 Uhr)