Alice Cooper - Along came a spider

Alice Cooper- Along came a spider

Steamhammer / SPV
VÖ: 25.07.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ein kleines bisschen Horrorschau

Ehre, wem Ehre gebührt. Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass ohne Alice Cooper wohl so einige so genannte Schockrocker nicht entstanden wären: beispielsweise Kiss, aber auch Truppen wie Lordi oder GWAR. Und als The Alice Cooper Band 1969 mit "Pretties for you" die erste Platte veröffentlichte, wurde Brian Hugh Warner, der sich später Marilyn Manson nennen sollte, gerade geboren - jener Mann, über den Cooper gesagt haben soll: "Der Typ hat einen weiblichen Vornamen und trägt Make-up. Wie originell."

Die Zeiten des Schock-Rocks sind für Alice Cooper vorbei; längst wird eher der subtile Grusel zelebriert. Aus dem Tagebuch eines Serienkillers namens "Spider" erfährt der Hörer langsam, aber sicher Unvorstellbares. Doch Spider ist kein Monster, sondern wie alle Psychopathen durchaus zur Selbstreflektion imstande. Auf die eigene bizarre Denkweise natürlich. Für ein Hörbuch also schon einmal eine hinreichende Vorlage. Hier jedoch gilt es wie so oft, die Geschichte adäquat umzusetzen.

Schade nur, dass "Along came a spider" schwer in die Pötte kommt. Der Einstieg ist ganz nett, aber halt nur nett, und vor allem "Wake the dead" erschrickt mit seltsam zermatschten Gitarren und Siebziger-Melodien, die damals schon eher gewollt als gekonnt gewesen wären. Doch dann nimmt die Story Fahrt auf, und so wie besagter Killer im Blutrausch werden die Songs immer intensiver. "Catch me if you can" zeigt den 60jährigen Cooper frisch wie mit zwanzig, ebenso "Wrapped in silk", dessen Lyrics immer hintergründiger werden, je länger man sich in die Story einarbeitet.

Überaus routiniert ist es, was Alice Cooper auf dem mittlerweile 25. Studioalbum zeigt. Natürlich hält sich die Innovation in Grenzen (im Gegenteil: bisweilen klingt "Along came a spider" herrlich retro nach den Siebzigern), natürlich sind die Balladen dramaturgisch sauber platziert. Füller wie"Wake the dead" oder "I'm hungry" sind dabei fast unvermeidbar. Doch so lange Songs wie die schöne Powerballade "Salvation" und vor allem das rotzige "The one that got away" (dessen Humor fast noch den Grusel kaputt macht) dabei herum kommen, soll's herzlich egal sein. Wären doch nur alle Altrocker so jung wie Alice Cooper.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Vengeance is mine
  • Wrapped in silk
  • The one that got away

Tracklist

  1. Prologue / I know where you live
  2. Vengeance is mine
  3. Wake the dead
  4. Catch me if you can
  5. (In touch with) Your feminine side
  6. Wrapped in silk
  7. Killed by love
  8. I'm hungry
  9. The one that got away
  10. Salvation
  11. I am the spider / Epilogue

Gesamtspielzeit: 44:17 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
spider
2013-01-09 19:02:06 Uhr
catch me catch me if you can..
MansonsMother
2008-07-18 17:29:44 Uhr
neues album vom meister.
auf myspace kann man bereits in das komplette songmaterial reinhören.
sind imho ein paar perlen drauf.
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