The Cool Kids - The bake sale

The Cool Kids- The bake sale

Chocolate Industries / XL / Beggars / Indigo
VÖ: 01.08.2008

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ice cold

"One, two, you know what to do" - so ging die vorletzte Beck-Platte "The information" los, und man dachte damals ja wirklich, dass es keinen sinnvolleren Startschuss für eine Quasi-HipHop-Platte geben könne. Gibt es aber doch, und eingefallen ist er The Cool Kids aus Chicago: Die imitieren in "What up man" per Human Beatbox all die Claps, Ticks, Booms und Basslaute, die ein handelsübliches Billig-Keyboard so hergibt, und stecken sich damit ein Revier ab, das schon lange niemand mehr durchwildert hat. Selbst ein Begriff wie Old-School-HipHop greift für ihre Debütplatte "The bake sale", ein Mittelding aus alten Mixtape-Beiträgen und neuen Stücken, noch zu kurz, wenn man bedenkt, dass damit heutzutage auch Jurassic 5 gemeint sein könnten. Diese Jungs klingen älter als alt - und letztlich auch cooler als cool.

"What up man" ist da schon das Paradebeispiel: ein Track übers Einkaufen im Tante-Emma-Laden, vorgetragen allerdings mit der Überzeugung eines Gangsta Rappers, der sich im Notfall hinter seinen acht Bodyguards verstecken könnte. Bei den Cool Kids reicht das Geld nicht mal für kugelsichere Westen, so viel sollte hier nach drei Minuten klar sein - und folgerichtig sind auch ihre großartigen Rick-Rubin-Throwbacks aus "88" nicht teuer eingekauft, sondern mühsam selbst gemacht worden. Wenn hier also alles nach dem Minimal-ist-besser-Prinzip funktioniert, ist das mindestens genauso Notwendigkeit wie Überzeugung. Um deshalb auf die Idee zu kommen, die Cool-Kids-Faibles für Retro-Nikes, BMX-Räder und HipHop mit mindestens einer acht in der Jahreszahl als bloßes Gimmick abzutun, müsste man aber schon sehr weit daneben liegen.

Weiter kommt, wer sich "The bake sale" als zehn zehnmal geilere "Drop it like it's hot"-Varianten vorstellt oder gleich an eine ungesunde Kreuzung des Rücksitz-Raps von Spank Rock und den Beastie Boys in ihrer spätpubertären Phase denkt. "What it is" tritt mit dieser Einstellung auf die Fersen von "Ch-check it out", "One two" durchläuft kackfreche Abzählreime, und "Mikey Rocks" wird trotz zerschossener Grammatik zum mutmaßlich kältesten Selbstvorstellungs-Track seit Eminem sein Schicksal mit "My name is" in die eigenen Hände nahm. Das Gemeine ist dabei natürlich, dass hier nur Dinge passieren, die man mit vorinstallierter MacBook-Software theoretisch auch selbst erledigen könnte. Praktisch verschwenden Mikey Rocks und Chuck Inglish daran jedoch keinen Gedanken. Sie nennen sich The Cool Kids - und machen den Namen auch noch zum Programm.

(Daniel Gerhardt)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • What up man
  • 88

Tracklist

  1. What up man
  2. One two
  3. Mikey Rocks
  4. 88
  5. What it is
  6. Black mags
  7. A little bit cooler
  8. Gold and a pager
  9. Bassment party
  10. Jingling

Gesamtspielzeit: 32:16 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Uh huh him
2008-08-03 21:42:48 Uhr
"One two" kein Highlight? Och nööö. :D
Soup Dragon
2008-07-30 20:20:15 Uhr
Danke.
Dän
2008-07-30 20:10:10 Uhr
http://www.zshare.net/download/14580043b6909190/
Soup Dragon
2008-07-30 20:01:33 Uhr
Link?
Dän
2008-07-30 19:52:39 Uhr
Laut deutscher Plattenfirma soll das Album Anfang 2009 kommen. Es gibt aber seit Anfang Juli schon wieder ein neues Mixtape ("That's stupid"), das man sich kostenlos runterladen kann. Sieben Tracks, 25 Minuten, nicht ganz so gut wie "Bake sale", aber schon auch - ja geil halt.
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Threads im Plattentests.de-Forum