Gabriella Cilmi - Lessons to be learned

Gabriella Cilmi- Lessons to be learned

Island / Universal
VÖ: 18.07.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Schädeltraum

Das Erwachsenwerden ist ein Reifeprozess, der sich physisch verselbstständigt, geistig aber enorme Anforderungen an das Individuum stellt. Entweder man ist bereit zu lernen, und zwar Tag für Tag - oder man muss Ställe auf ProSieben auszumisten und einen Broterben heiraten, um die theoretische Chance auf den Erhalt von Grundnahrungsmitteln zu gewährleisten, weil man den Weg zur Bäckerei selbst nicht findet. Für Musiker gestaltet sich dieser Prozess besonders schwierig. Man darf zum Start seiner Karriere nicht zu alt sein; das verkauft sich nicht sehr gut. Ist man hingegen zu jung, benötigt man entweder eine Plattenfirma, die einen behutsamen Aufbau forciert und einem jedwede Unterstützung zusagt, oder man tappt blindlings in die Falle "Musikindustrie" und lernt schnell mit dem Begriff "Fremdbestimmung" zu leben. Oder man heißt Gabriella Cilmi.

Die ist 16. Ihre Stimme klingt jedoch schon reifer, und wer auch immer vermutet hat, diese Frau und ihre musikalischen Vorstellungen komplett dominieren zu können, der ist an einer geballten Ladung Starrsinn gescheitert. Cilmi hat mit den Pop-Experten Brian Higgins und Xenomania (Sugababes, Girls Aloud) diskutiert. Diese auf der einen Seite. Sie auf der anderen: Gabriella Cilmi, die früher Nina Simone, Led Zeppelin und Jet coverte, ihren alternativen Musikgeschmack durch Interviews hofiert und sich einen Ast freut, im gleichen Raum mit Kings Of Leon gewesen zu sein.

Der Sieger heißt zunächst nicht Cilmi, ist das Album "Lessons to be learned" doch erst einmal Pop. Nun kommt das "aber": Dass das Album nicht in Banalitäten und Kalkül versumpft, ist Cilmis toller Stimme und ihrem Dickkopf zu verdanken. In "Sweet about me" wollte sie unbedingt eine Mundharmonika haben. Von Anfang an. Nun sei sie drin, so Cilmi in einem Interview, wohlwissend, damit den markanten Radio-Ohrwurm verfeinert zu haben. An jedem Song außer "Echo beach" hat sie mitgeschrieben, textlich und melodisch. Um so fokussierter hört man Songs wie "Cigarettes and lies", "Sanctuary" oder "Sit in the blues", die nicht stur auf den großen Wiedererkennungsrefrain hinarbeiten, sondern eine gewisse wohltuende Monotonie aufweisen.

Man darf gespannt sein, wie schnell Gabriella Cilmi (weiter-)lernt. Das Feilen an textlichen Fertigkeiten geschieht wohl automatisch, schließlich entstanden einige Songs, als Cilmi 13 Jahre alt war, und da wird wohl kaum jemand von sich behaupten können bereits Feingeist gewesen zu sein. Sie lernt Kompromisse einzugehen, mit Menschen, die (nicht immer) ihr Bestes wollen: "I understand it all ... I smile but I take it on board", heißt es in einem weiteren Interview. Also rührt der Frau einen Betonhut an. Sie weiß ihn einzusetzen.

(Stephan Müller)

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Highlights

  • Sweet about me
  • Awkward game
  • Terrifying

Tracklist

  1. Save the lies
  2. Sweet about me
  3. Sanctuary
  4. Einstein
  5. Got no place to go
  6. Don't wanna to go to bed now
  7. Awkward game
  8. Safer
  9. Cigarettes and lies
  10. Terrifying
  11. Sit in the blues
  12. Echo beach

Gesamtspielzeit: 39:38 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
au baucke
2013-09-29 17:17:47 Uhr
noch so eine göre, ne geht bloss weg damit, wer hört solche musik.
...about me
2013-09-29 15:25:43 Uhr
Besser als der Elektroquatsch vom letzten Album! Wurde hier glaub auch ziemlich verrissen, wenn ich mich nicht täusche.

Sweet
2013-09-29 12:21:50 Uhr
Die hat jetzt kurze Haare, ne rauere Stimme und ein neues Album, das nächsten Monat kommt:

The Sting: http://vimeo.com/70701221
Symmetry: http://vimeo.com/74924208
Sweeter In History: http://vimeo.com/74924212
Arno Nym
2010-03-25 18:56:25 Uhr
Hab gerade das neue Album gehört.
Absolut beliebiger, austauschbarer Käse. Da sticht die schöne, trashige Single doch als einzige positiv heraus.

Dass jetzt nahezu jeder Song von verschiedenen Autoren und Produzenten kommt macht das Album zu einem belanglosen Haufen Popmusikscheiße.

Sehr schade, wo doch beim ersten Album doch Potential zu erkennen war.
Pablo Diablo
2010-02-19 17:09:09 Uhr
Ich mag den Song. Wenn schon Trash, dann gleich richtig! ;)
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