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Subtle - Exiting arm

Subtle- Exiting arm

Lex / Rough Trade
VÖ: 30.05.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Im Körper des Feindes

Das Verhältnis von HipHop und Rock gilt gemeinhin als schwierig - und man kann sich noch nicht mal darüber wundern, weil die Gitarrenmusik zur Zwangsverbrüderung ja immer wieder Leute wie Aerosmith und Linkin Park vorausschickt, während Noel Gallagher im Hintergrund mit seinen Diplomatie-Skills rumfuchtelt, als wollte er den Nahen Osten in fünf Minuten zur Atomwüste machen. Verhärtete Fronten also, höchstens vereinzelte Austauschprogramme, und selbst im Jahr acht nach 2000 weiterhin Menschen, die sich auf eines von beidem festlegen, als säßen sie bei einem Hochzeitsessen. Fortschritte müssen deshalb im Untergrund gemacht werden, Verbrüderungen im Stillen stattfinden. Es ist gar kein blöder Zufall, vielleicht, dass die Vorbild-Band der Stunde den Namen Subtle trägt.

Zwei Platten hat das Sextett aus Oakland, Kalifornien bisher gemacht, die, ähnlich wie Yoni Wolfs Why?-Projekt, weniger an einer Crossover-Vermischung von Rock und HipHop interessiert waren, als daran, von vornherein jegliche Unterscheidungen über Bord zu schmeißen. Sänger/MC Doseone und Programmierer Jel ergeben zusammen außerdem Themselves, die vor drei Jahren an der Seite von The Notwist zu 13 & God wurden und Musik mit ähnlichem Mindset aufnahmen. "Exiting arm" nun ist aber noch mal einen Schritt weiter: Alles hier ist eins und Popmusik erst recht. Es gibt keine Nahtstellen oder Knopfleisten mehr - und "Hollow hollered" hat schon handgemachte Breakbeats, verstümmelte Beach-Boys-Harmonien und Doseones typische Aufgekratztes-Kind-Raps hinter sich, bevor der Track mit Akustikpicking und elektronischen Schriek-Geräuschen dazu kommt, seinen eigenen Untergang zu besiegeln.

Auf "Exiting arm" ist dieser Song der Moment, in dem alles einen Sinn ergibt. Vorher verhaspelt sich die Platte beinahe in der Luftigkeit ihres Openers, und auch das frei schwebende "Day dangerous" klingt, als hätten Subtle ihr HipHop-Verständnis um ein permanentes "Hippei"-Präfix ergänzt. Solchen Überlegungen stellt "Exiting arm" allerdings komplizierte Fortsetzungsgeschichten zwischen Paranoia, eigener Grammatik und Stream Of Conscience ohne Filter entgegen oder zielt einem mit der Aggressivität des potentiellen Cex-Tracks "Unlikely rock shock" gleich zwischen die Beine. Gemütlich ist es also höchstens zwischen den Schlaglöchern auf der Oberfläche von "Exiting arm"; Subtle wissen das selbst und wären natürlich die letzten, die sich auf ihrer eigenen Platte zum Straßenbau verpflichten ließen. Sie haben schließlich auch so genug zu tun - und wenn es nur darum geht, ausreichend Freiräume für ihren Flöter, Klarinettenspieler und Saxophonisten zu schaffen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • The no
  • Hollow hollered
  • The crow

Tracklist

  1. Exiting arm
  2. Day dangerous
  3. The no
  4. Sick soft perfection
  5. Hollow hollered
  6. The crow
  7. Unlikely rock shock
  8. Take to take
  9. Gronebones
  10. Wanted found
  11. Providence

Gesamtspielzeit: 46:01 min.

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