Soulfly - Conquer

Soulfly- Conquer

Roadrunner / Warner
VÖ: 25.07.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Head & shoulders

Max Cavaleras ewige Dreadlocks und das neue Album von Soulfly haben viel gemeinsam. Leider Gottes fast zu viel. Viele Sagen ranken sich noch bis heute um seine Filzfrisur, und um Herrn Cavalera selbst natürlich auch. Doch dass das Wuchern auf seinem Kopf in direkten Zusammenhang zu seinem musikalischen Schaffen steht, konnte erst jetzt nachgewiesen werden. Nicht immer zum Vorteil der Beteiligten.

Erste Feldversuche wurden dabei an "Blood fire war hate" durchgeführt. Doch das Ergebnis ist nach der Auswertung aller Kriterien eher ernüchternd: Ein Riff so angestaubt wie eben jene ungewaschene Kopfbedeckung, ein Text so clever und geistreich wie die ein- und mehrzelligen Lebewesen, die in ihr wohnen, und ein Dave Vincent von Morbid Angel als Gastsänger, den man vor lauter thrasigem Gestrüpp weder sieht noch hört. Hätte man sich also auch schenken können. Einen positiven Aspekt konnte man nach langem Suchen glücklicherweise doch noch finden: Die Haare sind zwar auf kompletter Länge und Fülle mittlerweile recht glanzlos, aber der leicht schmuddelige und thrashige Look soll ja wieder im Kommen sein. "Back to the primitive" sozusagen.

Zwar versuchen Soulfly es, an härtere und kreativere Zeiten von damals anzuknüpfen, schaffen es hin und wieder sogar; was aber ganz eindeutig zu kurz kommt, sind diese kurzen spielerischen Elemente aus "Unleash". Auch wenn hier abermals ein Gastsänger, Dave Peters von Throwndown, für wenig Sinn und Zweck verschlissen wird, so stellt sich immerhin heraus, dass diese instrumentalen Percussionparts zu den einfallsreichsten Momenten aufs Soulflys Neuer gehören. Immerhin. Genau deswegen sind übrigens auch "Paranoia" oder "Rough" grau wie Filzläuse, "Touching the void" und der instrumentale Abschluss "Soulfly VI" hingegen aber recht bunt, vielfältig und farbenfroh. Als ob Max Cavalera mal wieder seine Kopfpracht grün färben oder einfach nur irgendwelche Gimmicks reinhängen würde.

Schade ist aber auch, dass sich der gute Herr nun immer und überall als großer Mann von Welt gibt, der entlegenste Nationen bereist, aus wildesten Gebilden schräge Töne herausholt, es aber nicht wirklich hinbekommt, dies in seine Musik einzubauen. Zu fahl, zu standardisiert und zu vorhersehbar sind der Beginn und der Mittelteil von "Conquer". Einzig ein guter Schluss reißt das Ruder noch herum Richtung Mittelfeld. Anno 2008 Soulfly hängen nun da wie Max Cavaleras Dreads: Auffällig, aber grobschlächtig. Und leicht muffelig.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Touching the void
  • Soulfly VI

Tracklist

  1. Blood fire war hate
  2. Unleash
  3. Paranoia
  4. Warmageddon
  5. War ghost
  6. Rough
  7. Fall of sycophants
  8. Doom
  9. Rot
  10. Touching the void
  11. Soulfly VI

Gesamtspielzeit: 57:07 min.

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User Beitrag
toolshed
2008-09-19 04:05:52 Uhr
Filzfrisuren. So kann man Schreibschwächen natürlich kaschieren, wenn man über Haare schreibt oder wahlweise auch über den Pistenzustand in Arosa. :D


Bis auf "Unleash" überzeugt mich das Album nicht im geringsten. Fand den Vorgänger dann schon wesentlich hörenswerter.
stativision
2008-07-23 10:29:52 Uhr
naja, eher bescheidenes album schon, genau wie der vorgänger. hat eigentlich mit "primitive" (die hier lächerliche 4 punkte kassiert hat und das doppelte wert ist) schon alles gesagt. knapp 6/10 wegen ein paar coolen ideen.
embele
2008-07-21 09:53:08 Uhr
Nee, ist schon recht so !!!
Raventhird
2008-07-20 21:26:37 Uhr
Was man noch dazu sagen sollte: Härter als alles bisherige Soulfly-Material ist die Scheibe ebenfalls. Falls Du also deinen Groove- Metal eher im Midtempo magst, ist die wohl nicht Dein Fall.
embele
2008-07-20 21:23:48 Uhr
Thanx man. Kenne bisher nur "unleash" und den Rest vom 10 Sekunden - Check, nicht wirklich aufschlußreich... . Nun, gespannt war ich schon vorab, jetzt ist ja nicht mehr lange !
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