RZA As Bobby Digital - Digi snacks

RZA As Bobby Digital- Digi snacks

Bodog / Koch / Soulfood
VÖ: 04.07.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Ins Gras beißen

Nie zuvor habe er eine derart fokussierte Bobby-Digital-Platte gemacht, sagt RZA selbst über sein neues Album. Außerdem in den News: Die Bush-Administration beschwert sich über getürkte Wahlen in Simbabwe, Noel Gallagher meckert, weil Jay-Z Headliner bei Glastonbury war, und Tinky Winky behauptet über Laa-Laa, er/sie/es sei der/die/das erwachsenste Teletubby. Was eigentlich nur heißen soll: Manche Menschen/asexuelle Alienwesen sollten sich zu manchen Themen besser nicht äußern - und der ewig verschluderte RZA sollte die Einordnung seiner dritten ewig verschluderten Bobby-Digital-Platte vielleicht besser Leuten überlassen, die sich mit so etwas auskennen. Zum Beispiel der Bush-Administration.

Weil, keine Frage: Condoleezza Rice müsste down sein mit dem MG-Geklapper aus RZAs neuer Single "You can't stop me now". Ihr Ex-Vize, der ebenso ehemalige Weltbankchef und All-Around-Has-Been Paul Wolfowitz, könnte prima Geldbündel zählen zum gebetsmühlenartigen Benjamin-Franklin-Gospel von "Money don't own me". Und der Chef höchstselbst freut sich ohnehin längst über jede Durchhalteparole und würde zu einem unverblümten Bouncer wie "Booby trap" sicherlich noch einige Chest Bumps unter seinen Navy-Soldaten verteilen. RZA inszeniert das alles übrigens mit einer Ruhe, wie sie nur Schachspieler und Grasraucher wie ihn auszeichnen kann. Er lässt es hier sichtlich locker angehen, nachdem die komplizierte Geburt der letzten Wu-Tang-Platte "8 diagrams" zu Zerwürfnissen mit Ghostface Killah, Method Man und einigen anderen Männern geführt hatte, die man schon ihrer Namen wegen nicht zum Feind haben möchte.

Auf "Digi snacks" wird deshalb vieles einfach gehalten, kaum ein Beat nachverschraubt und auch mal eine Hookline vor der Feinabstimmung durchgewinkt. Es ist RZAs Erholungsalbum - oder "weed smoker's album", wie er selbst sagt -, und dagegen spräche ja gar nichts, wenn sich diese Voraussetzungen nicht so schlecht mit den Ausmaßen vertrügen, die "Digi snacks" annimmt. Viele der Tracks sind zu lang für die eine Idee, auf die sie sich treudoof verlassen. Höchstens das abartige Hintergrundblubbern von "Don't be afraid" und das ebenso gut versteckte Sitarflackern aus "Creep" hätten auch auf "8 diagrams" tragende Rollen übernehmen können. Bei Ghostface wiederum wären sie allerdings schneller rausgeflogen, als die Charaktere seiner Tracks ins Gras gebissen werden.

RZA berührt das nicht; er steuert den Karren routiniert am Dreck vorbei und macht sich immer gerade so lang, wie er muss, um mit soften Pop-Rap-Referenzen wie "Good night" oder "Drama" noch mal davon zu kommen. Sicher, das Überleben kann viel Wert sein - nicht nur im HipHop, wie Gitarren-Gast John Frusciante wohl bestätigen würde, wenn er nicht damit beschäftigt wäre, sich abwesend am bereits erwähnten "You can't stop me now" vorbeizunudeln. Wer aber in solch großen Tönen über Superhelden und die Kollateralschäden ihrer Einsätze rappt, wie RZA es hier tut, den stellt man sich eigentlich etwas risikofreudiger vor.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Don't be afraid
  • Creep

Tracklist

  1. Digi snacks intro
  2. Long time coming
  3. You can't stop me now
  4. Straight up the block
  5. Booby trap
  6. Try ya ya ya
  7. Don't be afraid
  8. Good night
  9. No regrets
  10. Money don't own me
  11. Creep
  12. Drama
  13. Up again
  14. Put your guns down
  15. Love is digi/Part 2
  16. O day
  17. Glorious days
  18. Insomnia

Gesamtspielzeit: 75:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Patte
2008-07-05 15:28:13 Uhr
Gut, es ist jetzt kein Überflieger, aber eine "nette" Platte für den gechillten Sommer mit Sicherheit. ;)




(ich sollte Promo-Waschzettel-Schreiber werden...*räusper*)
Dän
2008-07-02 14:07:52 Uhr
Ich mag ja sonst jeden Scheiß im HipHop, aber gerade das hier lässt mich nun vergleichsweise kalt. Alles irgendwie ein bisschen sehr simpel, oder?
Raventhird
2008-07-01 23:17:32 Uhr
Jepp. Ich hör wenig HipHop, aber das Album hat es in sich. Klingt streckenweise mehr nach Massive Attack als nach vielen seiner Kollegen, die sich dem Kommerz verkauf haben. Schönes Album.
Patte
2008-07-01 21:08:42 Uhr
http://www.myspace.com/rza
Patte
2008-07-01 19:14:55 Uhr
Der Achtminüter "You can't stop me now" kann einiges. :-)
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