Torche - Meanderthal

Torche- Meanderthal

Hydra Head / Indigo
VÖ: 16.05.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

10.000 BC

Und wieder ist ein Arbeitsplatz frei. Der Lektor und Grafiker von Torches zweitem Album "Meanderthal", Aaron Turner von Isis, hat sich erstmalig einen kreativen Schnitzer geleistet. Nicht, dass das Artwork einfallslos wäre, das ist vielmehr sogar gut gezeichnet und trifft den Kern der Musik. Aber ein kleiner Verzeichner ist nun daran Schuld, dass das Album unter falschem Namen im Laden stehen wird: Statt eines "M", hätte es ein "N" sein müssen. "Neanderthal" statt "Meanderthal". So nämlich hätte das Album besser mal heißen sollen, denn dann hätte es auch wie die obligatorische Faust aufs Auge gepasst.

Denn wenn jemand Musik macht, die nach Urzeit, haarigen Typen und Keilmessern klingt, dann wohl der Miami-Vierer Torche. Das geht schon beim Opener "Triumph of Venus" los, der wie wild mit einer Axt aufs Mammut eindrischt - rhythmisch, krachig und blutdurstig. Doch trotz der überaus vielen Melodien, trügt der Schein von Torches Stoner-Pop. Gerade der erste Teil des Albums, mit Songs wie dem peitschenden "Pirana", ist voller Fallen und spitzer Speerhiebe. So ein bisschen fühlt sich der Hörer deshalb selbst als ein Beutetier, das von aggressiven Steinzeitjägern in die Ecke getrieben wird, um dann die nächste 2-Minuten-Steinigung am eigenen Leib verspüren zu dürfen.

Doch auch wenn man es nicht glauben mag: Der Neandertaler war kultivierter als man für gewöhnlich annimmt. Wo hier keine Tiere wahllos abgeschlachtet wurden, da klopfen auch Torche keineswegs unbedacht auf ihre Instrumente ein. Alles unterliegt dem Einklang der Natur und Ausgewogenheit. So bildet auch die zweite Hälfte von "Meanderthal" einen emotionalen Gegenpol - das familiäre Abendessen an der Feuerstelle in der heimischen Höhle sozusagen. Und genau das hat man sich auch verdient, war es doch tagsüber hastig und gefahrenreich genug. "Without a sound" klingt dann schon fast entspannt nach Baroness, Rwake oder High On Fire, bevor "Amnesian" und der Titelsong doom-metallisch die Abendsonne untergehen lassen, in der Hoffnung, dass man am nächsten Morgen nicht von einem anderen Urzeitvieh zerfleischt wird. Nur Aaron Turner wird seit diesem Abend vermisst.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Triumph of Venus
  • Fat waves

Tracklist

  1. Triumph of Venus
  2. Grenades
  3. Pirana
  4. Sandstorm
  5. Speed of the nail
  6. Healer
  7. Across the shields
  8. Sundown
  9. Little champion
  10. Without a sound
  11. Fat waves
  12. Amnesian
  13. Meanderthal

Gesamtspielzeit: 36:11 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Zoria
2009-06-28 09:00:48 Uhr
Gestern Torche mit Kylesa in Saarbrücken gesehen.

Man haben die Jungs eine Spielfreude an den Tag gelegt. Die waren richtig hungrig. Sieht man sehr selten sowas. Geiles Konzert.

Kylesa waren auch super.
toolshed
2009-05-07 03:30:24 Uhr
Torche & Kylesa

Termine:
19. Jun. 2009 Hellfest, Clisson
20. Jun. 2009 tba Antwerp
21. Jun. 2009 Trashfest Hoogeveen
22. Jun. 2009 Feierwerk München
23. Jun. 2009 Sottoteto Bologna
24. Jun. 2009 Arena Wien
25. Jun. 2009 Futurum Prague
26. Jun. 2009 Fusion Larz
27. Jun. 2009 K 19 Kassell
28. Jun. 2009 Jubez-Dudefest Karlsruhe
29. Jun. 2009 Werkstatt Koln
30. Jun. 2009 Rockwave Athens
01. Jul. 2009 Cassiopeia Berlin
02. Jul. 2009 Hafenklang Hamburg
03. Jul. 2009 Muk Giessen
04. Jul. 2009 Eurockeennes Belfort
05. Jul. 2009 Furia Sound Base de Loisirs
fine 0.4
2008-07-24 18:01:18 Uhr

...die vinylversion ist sehr schön gestaltet ... hab gestern, als das plattenpaket bei mir eingetroffen ist, doch wirklich staunen müssen ... zum zu Tode klappen
stativision
2008-07-24 16:45:58 Uhr
und in berlin am 25.9. mit pelican im cassiopeia.
Manus
2008-07-02 15:29:20 Uhr
27.9. mit Pelican im Nachtleben, Frankfurt.

zu entnehmen hier: www.myspace.com/gitrmusic
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