H2O - Nothing to prove

H2O- Nothing to prove

Bridge 9 / Soulfood
VÖ: 20.06.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Wie der Vater

H wer? H2O? Ach ja, stimmt, läuft mehrfach täglich die Kehle und einmal im Monat unter der Dusche den Rücken runter. Und da gab’s auch mal so eine Band, die sich Mitte/Ende der Neunziger im Fahrwasser von Bands wie Sick Of It All, Madball und Konsorten durch die Clubs und Sampler gespielt hat. Ohne sonderlich originelles Liedgut, ohne großartigen Bekanntheitsgrad, ohne Hit, ohne nennenswerte Chartplatzierungen, ohne Durchbruchalbum. Was hatten die eigentlich? Jede Menge Musiker- und Szenefreunde, eine treue Fanbase - und seit Juni 2008 haben sie auch ein Comebackalbum.

Denn die fünf US-Ostküstler melden sich - abgesehen von der einen oder anderen Tour, einer EP und einer DVD - erst ganze sieben Jahre nach "Go" mit neuem Material wieder zurück. Und nun? Schulterzucken. Braucht die Welt anno 2008 ein neues H2O-Album? Klare Frage, klare Antwort: nein. Und das liegt keinesfalls nur an Toby Morse’ vierjährigem Sprössling Maximus, der mit Geschrei "1995" eröffnet und auch im weiteren Verlauf der kommenden halben Stunde immer wieder mal zu Worte kommt. Nervig. Abgesehen davon liefern die Gebrüder Morse samt Mitstreiter genau das ab, was sie vor zehn Jahren zu "Thicker than water"-Zeiten auch schon auf die pogende Zunft niedergelassen haben: melodischen Hardcore der Zwei-Minuten-Kategorie.

Keine Frage, "1995" galoppiert furios voran, während der Titelsong in seinen gut 80 Sekunden von der Wiederholung des melodisch gegrölten Refrains lebt und ein Song wie "Unconditional" fast schon poppig daherkommt. Erstaunlich frisch, positiv und mitreißend groovt "Sunday" vorbei, in dem Toby Morse nebenbei auch noch den geschätzten Fugazi einen indirekten Gruß über den Äther schickt. Tja, die gute alte Zeit. Morse trauert ihr gemeinsam mit Anthony Civarelli, besser bekannt als CIV, in "Still here" nach. Neben ihm gedenken übrigens auch Roger Miret (Agnostic Front), Freddy Cricien (Madball), Lou Koller (Sick Of It All) und Kevin Seconds (7 Seconds) der guten, alten Zeiten und brüllen zusammen über Tattoos, Straight Edge, Hardcore und so weiter und so fort. Wie damals, wie gefühlt schon zu Vaters und Großvaters Zeiten. Alles solide und gefällig, alles beim Alten. Und vielleicht wird der kleine Maximus ja bald ein ganz Großer.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Sunday
  • Mitts

Tracklist

  1. 1995
  2. Nothing to prove
  3. Sunday
  4. A thin line
  5. Unconditional
  6. Still here
  7. Fairweather friend
  8. Heart on my sleeve
  9. Mitts
  10. What happened?

Gesamtspielzeit: 28:58 min.

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  • H2O (71 Beiträge / Letzter am 22.04.2008 - 22:31 Uhr)