N.E.R.D. - Seeing sounds

N.E.R.D.- Seeing sounds

Interscope / Universal
VÖ: 06.06.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Taubheitsgefühl

Schaut man in der Geschichte von N.E.R.D. Pharrell, Chad Hugo und selbstverständlich den Neptunes zurück, stellen sich unwahrscheinlich viele Fragen. Zum Beispiel, wo zwischen all den verschiedenen Projektnamen zu trennen ist, wohin was gehört und vor allem wem. Daher fällt auch eine klare qualitative Einschätzung der Beteiligten schwer, schließlich kann man sich einig sein, dass Pharrel und Chad Hugo allen möglichen Artists aus allen möglichen Sphären der Major-Billboard-Welt dazu verholfen haben, Hits zu landen. Man denke nur an Britneys "I'm a slave 4 U", Snoop Doggs und J. Timberlakes Kollabo "Signs" oder Mystikals Hymne "Shake ya ass". Spontan fallen da noch einige mehr ein. Jedoch auch im Alleingang konnten die Jungs rund um Pharrell, der selbst schon längst zum Megastar innerhalb des amerikanischen Musikgeschäfts avanciert ist, überzeugen. "Fly or die" konnte mit der Hoheit des Anspruchs und dem Anspruch der Hoheit auch mal eben hier und unter gestandenen Rockern reichlich Lorbeeren einheimsen und das Trio auf ein Level mit den Roots hieven. Das ist bislang doch wohl mehr als beachtlich.

Jedoch muss auch ein jeder Elfjährige eines Tages die bittere Feststellung und Erfahrung machen, dass nicht alle seine aus Tausenden Steinen selbstkreierten und zusammengeschusterten Lego-Flugzeuge, -Autos, -Boote, -Burgen, -Piratenschiffe, -Raumschiffe und -Reiterhöfe Meisterwerke sind. "Seeing sounds" ist gemessen an dem bislang gewohnten Neptunes-N.E.R.D.-Niveau auch ein solcher Fehlschlag. Das liegt auch nicht daran, dass es Williams, Hugo und Shay mit dem "Seeing sounds" vielleicht mittlerweile etwas zu wörtlich nehmen. Die circa 40 Photos im Artwork mögen möglicherweise als mindestens genauso wichtig für das Hörvergnügen gelten wie die dabei getragenen Sneaker, Mützen, Ringe und Sonnenbrillen. Aber das wird sicher nicht der Grund sein, wieso das dritte Album des Trios recht flach ausfällt. Dabei versucht gleich die Single "Everyone nose (All the girls standing in the line for the bathroom)" ein anderes Bild zu vermitteln. Trotzdem ist sie nicht viel mehr als eine mäßig gelungene Kreuzung des oldschooligen Scratchmonsters "Ch-check it out" der Beastie Boys mit einem R.-Kelly-Versehen, welches mitten im Track Innovation, Überraschung und Kreativität suggerieren soll. Dass das verdammt gut produziert ist? Ehrensache. Nur: Wem soll das nützen? Ist der Albumtitel vielleicht ganz anders zu verstehen? Wem der N.E.R.D.-Sound mittlerweile aus den Ohren raushängt, darf jetzt eben auf andere Sinnesorgane umsteigen.

Natürlich bietet "Seeing sounds" jedoch auch wieder Zeug, für welches sogar Timbaland eine Diät machen würde. "Windows" klingt nach der bislang besten Maroon-5-Single und lässt sich blendend mitgröhlen. Solcher Poprock ist fast automatisch auf der sicheren Seite. Auf dem dritten Album des Trios fällt nämlich auf, dass gerade die Songs, die mit R'n'B, HipHop und Black Music ankommen, scheitern. An Gitarre, Bass und Schlagzeug hingegen machen Williams und Hugo eine mal wieder verblüffend gute Figur. "Happy" wäre ohne den ganzen Schnickschnack aus dem Studio fast schon eine mediokre Red-Hot-Chili-Peppers-B-Seite, und "Anti matter" erinnert an die gitarrespielenden und bereits erwähnten Beastie Boys. Wirklich viel mehr bleibt jedoch leider nicht hängen. Wen soll das auch wundern, klingt "Seeing sounds" doch wie ein Instrumental-Selbedienungsladen für Snoop Dogg, Justin T., Madonna, Gwen Stefani, Nelly und Kanye West. Gut, dass die alle schon längst von Pharrell versorgt sind. Dann bleibt halt wenigstens mehr für Timbaland.

(Konstantin Kasakov)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Windows

Tracklist

  1. Time for some action
  2. Everyone nose (All the girls standing in line for some action)
  3. Windows
  4. Anti matter
  5. Spaz
  6. Yeah you
  7. Sooner or later
  8. Happy
  9. Kill joy
  10. Love bomb
  11. You know what

Gesamtspielzeit: 50:45 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread
Dein Name:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
G`
2009-01-13 21:20:33 Uhr
lol der typ der das review für seeing sounds geschrieben hat, hat mal keine ahnung, für mich gehört das album zu den besten 2008, weil einfach jeder tarck gut ist, ma kann sich alle anhören, lol, er erwähnt fast nichts, der typ ist peinlich und ich hoffe er liest das
?uestlove
2008-06-14 16:44:38 Uhr
wie war das jetzt mitm onkel ?uestlove - weiß einer ob er dabei war?
honk
2008-06-08 16:52:28 Uhr
Unabhängig von Indie oder nicht: Einige Neptunes Beats sind schon der Hammer. Drop it like it´s hot zum beispiel. Aber dieser neue Song... der klingt ungewollt gehetzt.
norbert
2008-06-08 16:41:05 Uhr
das täuscht nur! auf youtube bekommst du einen besseren Eindruck!
kid
2008-06-07 10:55:15 Uhr
ich überleg grad mir die zu kaufen, aber die Höreindrücke auf iTunes hauen mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker... oder täuscht das nur?
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum du diesen Post melden möchtest.

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum