Aimee Mann - @#%&*! smilers

Aimee Mann- @#%&*! smilers

Super Ego / Rough Trade
VÖ: 13.06.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Junggesellinnenabschied

Sie macht es einem und vor allem sich selbst aber auch schwer, die gute Aimee Mann. Seit nunmehr 26 Jahren beglückt sie den Hörer mit ihrer Musik. Sei es als Teil der eher an Punk und New Wave orientierten Bands The Young Snakes und 'Til Tuesday oder eben als Solosängerin - als mittlerweile gestandene Größe in der Rock- und Folkmusik ist sie schon lange keine Unbekannte mehr. Leider gelang es ihr in den letzten Jahren vermehrt, den Hörer auf einer Achterbahn des Grauens in ungeahnte Höhen, aber auch in schreckenserregende Tiefen zu befördern, statt ihn jauchzend in den siebten Himmel zu schicken. Dabei war das mal anders: Als sie 2001 das grandiose "Bachelor No. 2" veröffentlichte, glaubte niemand mehr daran, dass diese Frau mal einen Fehler in Sachen Musik machen könnte. Was sich danach in Gestalt zweier regulärer und eines Livealbums den Weg in die Gehörgänge bahnte, bewies allerdings das traurige Gegenteil.

Mit einem gewagten und unaussprechlichen Titel wie "@#%&*! smilers" kommt Aimee Mann also nach drei Jahren Schaffenspause zurück und weckt die Hoffnung auf Veränderung. Und tatsächlich: Die ersten Tracks klingen nach einer erholten Version vergangener Tage, nach einer erfrischend anderen Sängerin, die den ganzen jungen Dingern von heute in nichts nachsteht. "Stranger into starman" jagt in kürzester Zeit die blanke Gänsehaut über den Rücken, während "Great beyond" mit Countryklängen zum Kopfnicken anregt. Auf "Ballantines" lädt Mann gemeinsam mit Sean Hayes zum Mitsingen ein, und überhaupt hat dieses Album alle Spitzen des Vorgängers "The forgotten arm" verloren, das sich dem Hörer so verschlossen hielt, dass man sich des Öfteren an einen anderen Ort mit anderer Musik wünschte.

Besonders "Thirty one today" zeigt deutlich, welche Richtung Aimee Mann nun einschlägt. Vorbei sind die Zeiten sperriger Konzeptalben und unheimlicher Weihnachtslieder. Die Musik wirkt größer und organischer und alles in allem nicht so einsam wie ihr letztes Material. Sie hat sich weiterentwickelt und sitzt nicht mehr einsam in einem dunklen Zimmer, sondern lässt hier und da auch das Licht durchstrahlen. So nimmt einen "Phoenix" mit auf eine Reise, die irgendwann vor langer Zeit mal angefangen hat und noch lange nicht vorbei ist - jedoch einen anderen Verlauf nimmt, als man noch vor kurzem gedacht hat. Die Aimee Mann von 2001 ist sicher Vergangenheit und alles dazwischen gehört zu ihr. Und doch kann die Zukunft nur noch schöner werden.

(Jennifer Depner)

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Highlights

  • Stranger into starman
  • Phoenix
  • Borrowing time
  • Ballantines

Tracklist

  1. Freeway
  2. Stranger into starman
  3. Looking for nothing
  4. Phoenix
  5. Borrowing time
  6. It's over
  7. Thirty one today
  8. Great beyond
  9. Medicine wheel
  10. Columbus Ave.
  11. Little tornado
  12. True believer
  13. Ballantines

Gesamtspielzeit: 46:51 min.

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