Morten Harket - Letter from Egypt

Morten Harket- Letter from Egypt

Swerve / Polydor / Universal
VÖ: 30.05.2008

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Bitte freimachen

Wird der Kerl eigentlich nie älter? Dass Morten Harket nächstes Jahr schon Fünfzig wird, sieht man ihm immer noch nicht an. Und auf seinem zweiten englischsprachigen Soloalbum nach dem 1995er "Wild seed" ist seine Stimme so glockenhell, dass die Damen dem A-Ha-Sänger wieder haufenweise zu Füßen liegen werden. "Letter from Egypt" ist Harkets erstes eigenes Album seit zwölf Jahren und dabei insgesamt bereits das vierte. Überraschend, wie wenig man von all dem Tun doch so mitbekommen hat.

Es ist hingegen keine Überraschung, dass schon die Eröffnung "Darkspace" den gleichen betont geschmackvollen Pop bietet, den der norwegische Dreier in den letzten Jahren kultivierte. "Send me an angel" entblößt sogar ein paar Gitarrenkanten. Mit "We'll never speak again" oder "With you - with me" überschreitet Harket aber unerwartet eine Grenze: zwischen cleverem Wohlklang und kitschiger Langeweile. Wenn so viel Lack aufgetragen wird, hilft auch die Engelsstimme nicht mehr wirklich weiter.

Als im Titelstück plötzlich bei Bob Marleys "No woman, no cry" geklaut wird, ist das aber schon beinahe wieder verziehen. Da mit zunehmender Dauer von "Letter from Egypt" das Schlagwerk, das seine Funktion anfangs ohnehin eher träge erfüllt hat, immer mehr verblasst, verbreitet sich gar ein Hauch von Kammermusik. In "A name is a name" sehnsüchtelt ein leises Klavier im Hintergrund, die akustischen Gitarren von "Slanted floor" dulden nur Harkets Stimme neben sich, und auch das abschließende "The one you are" gibt sich genügsam. Das nette Locomotives-Cover "Movies" hingegen hat nicht nur eine Orgel, sondern auch ganz viel nebulöses Gefühl.

Das ist alles nicht wirklich schlecht, plätschert aber meist eher ereignislos und arg vorhersehbar dahin. "Letter from Egypt" verdient sich damit eine der fieseren Standardzuschreibungen: Es hat seine Momente. Als bloße Funktionsmusik mag das reichen. Gemessen am eigenen Schaffen aber enttäuscht Harket hier. Apropos: Kürzlich gaben die drei A-Has ein Konzert in Londons altehrwürdigen Royal Albert Hall. Dort spielte zwar jeder nur sein jeweiliges Solorepertoire, aber die Band macht weiterhin gemeinsame Sache. Bessere Nachrichten hat "Letter from Egypt" jedenfalls nicht zu bieten.

(Oliver Ding)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen/anhören bei Amazon

Highlights

  • Send me an angel
  • A name is a name
  • Anyone

Tracklist

  1. Darkspace
  2. Send me an angel
  3. We'll never speak again
  4. There are many ways to die
  5. With you - with me
  6. Letter from Egypt
  7. A name is a name
  8. Movies
  9. Slanted floor
  10. Should the rain fall
  11. The one you are

Gesamtspielzeit: 48:24 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren (auch ohne Anmeldung möglich)

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Oliver Ding
2008-06-02 10:12:24 Uhr
Dass die Stimme allein keine tollen Songs garantiert, steht bereits in der Rezension. Ich bin eigentlich seit 1984 A-Ha-Anhänger, aber das neue Soloalbum lässt mir die Füße einschlafen. Bedingungsloses Abfeiern ist derart spannungsarme Musik nicht wert.
Aha
2008-06-01 22:14:25 Uhr
So, jetzt nochmal zwei durchgänge gehabt und mir die livevideos aus der Royal Albert Hall angeschaut. Ist tolle Musik für einsame Sommerabende. Kann die 4/10 und das w(orst)album der woche von dir dödel wirklich nicht verstehen. allein seine stimme...ich finds toll. aber mir schmeckt ja auch der M. und ich seh mir germanys next topmodel an... *g*
Aha
2008-06-01 21:02:14 Uhr
so, gerade die songs gehört, so beim ersten durchgang gefallen mir darkspace und movies sehr gut, große songs. aber die anderen sind auch nicht schlecht.
ist ein sehr ruhiges, und dafür das es popmusik ist, atmosphärisches album geworden, helle synthies mischen sich mit stumpfen gitarren und dunklen pianoklängen. tolle gegensätzlichkeit die sich zu einer symbiose aus sauberem popappeal und schmutzigem staub zusammenfügt. 4/10 sind zu wenig. kann ich nicht nachvollziehen.
Aha
2008-06-01 20:17:25 Uhr
kann man sich im netz das irgendwo anhören?
würd mich ja schon auch reizen.
der morten hat ja schon ein samtstimmchen.
:-D
IVIÆiИ (p.b.s)
2008-06-01 20:12:11 Uhr
bisher ja mein walbum der woche. was meint ihr?
Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum