3 Doors Down - 3 Doors Down

3 Doors Down- 3 Doors Down

Universal
VÖ: 16.05.2008

Unsere Bewertung: 2/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Im Namen des Schmarrn

Wenn Bands längst etabliert sind. Wenn es darum geht, es der Welt noch einmal zu zeigen. Zum Beispiel, dass man auch trotz (oder gerade wegen) Villen in Florida und Kalifornien, dreier Fuhrparks, einer Privatkirche samt Pastor und Zahnfüllungen aus Smaragd noch so richtig rocken kann - dann wird dem vierten, fünften oder sechsten Album gerne einmal das Prädikat "self-titled" verpasst. Das kann durchaus gut gehen. Blink 182 und die Deftones haben zweifelsohne gute Alben mit dieser Masche unters Volk bringen können. Bei Weezer hat das bislang sogar zweifach geklappt, und das dritte - rote - Mal ist nicht mehr fern. 3 Doors Down sind felsenfest davon überzeugt, dass es auch für sie an der Zeit ist. Dass ihr Debüt bereits derart schlicht betitelt war, stört hingegen keinen großen Geist. Und einen kleinen auch nicht. Man erinnert sich schließlich noch an solche Gassenhauer wie "Kryptonite" oder "Here without you", die zumindest zwischen Autobahnraststättenklo und Stau auf der A4 bislang noch nie wirklich gestört haben.

Warum sollte 3 Doors Down also mit "3 Doors Down" etwas anderes machen? Denn das ist ja gerade das Tolle an einem Dur-Akkord: Selbst beim tausendsten Mal vibrieren noch die Saiten, macht das Plektrum dieses angenehme Klicken und schleicht sich dieses unschlagbare Gefühl Wahrhaftigkeit über die Finger in das Hirn des Gitarristen. Und wenn sich damit, wie im Falle von 3 Doors Down, noch Millionen scheffeln lassen: Wer wird da etwas dagegen haben wollen? Gut, dass eine derartig pseudo-satanische Härte, wie sie im Opener "Train" herausgestampft wird, nicht einmal Scott Stapp von Creed hinterm Kruzifix hervorlockt, ist sowieso klar. Und wenn man sich dabei auch noch exakt an so ziemlich jede Nickelback-Single erinnert fühlt, ist das auch nicht gerade ein Schulterklopfen.

A propos: Es mag ja wirklich häufiger vorkommen, dass man der Meinung ist, zwei Sänger klängen ähnlich oder hätten zumindest einen verwandten Gesangsstil. Aber wer Nickelbacks Schmalzlocke Chad Kroeger von Brad Arnold unterscheiden kann, dem sei hiermit ein Meet & Greet mit deren Vocal Coach versprochen. Besonders deutlich wird das beim Song "Give it to me", welcher zu hundert Prozent wie eine härtere Version von Nickelbacks "How you remind me" klingt. Dass dieser Umstand nicht sonderlich verblüffend ist, da Nickelback schon aus Prinzip sämtliche ihrer Songs gleich klingen lassen, sei geschenkt; dass nun auch noch andere Bands dazu übergehen, die Monotonie der Kanadier einzufangen, ist hingegen neu. Und 3 Doors Down bestens gelungen.

So klingt ihr neues Album vor allem nach der Unfähigkeit, sich selber zu beklauen und zu kopieren. Hits? Dass Songs wie "It's not my time" oder das wahnsinnig empathische Irak-Kleinod "Citizen/Soldier" ihren Weg in Funk und Radio machen werden, ist nicht zu verhindern. Allerdings ist das ebenfalls mitnichten als Kompliment zu verstehen. "3 Doors Down" machen ihrem Namen somit in doppelter Hinsicht alle Ehre - als ein Programm, das bloß noch das eigene Testbild ausstrahlt.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • -

Tracklist

  1. Train
  2. Citizen/Soldier
  3. It's not my time
  4. Let me be myself
  5. Pages
  6. It's the only one you've got
  7. Give it to me
  8. These days
  9. You arms feel like home
  10. Runaway
  11. When it's over
  12. She don't want the world

Gesamtspielzeit: 45:31 min.

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User Beitrag
CNN BREAKING NEWS
2013-04-21 10:52:17 Uhr
Police have charged the bassist of the rock band Three Doors Down with vehicular homicide after they said his speeding car clipped a pickup truck, sending it down an embankment and killing the driver.
Barree
2008-06-07 00:56:46 Uhr
Ja, dann ist es ja gut und das Album hat offensichtlich genug Hooklines ;)
Wie auch immer, das sieht halt nicht jeder so. 3 Doors Down finden viele mittlerweile zu eintönig.
druffhauer
2008-06-06 00:51:02 Uhr
Ob die Songs "hochwertig" sind oder nicht geht mir völlig am Arsch vorbei. Genauso wie eine mögliche "Mainstream-Lastigkeit". Das scheint hier so das schlimmste Prädikat zu sein was es gibt. Huch, nein so was wollen wir hier nicht ;-)
Mir gefallen die Songs halt, da fang ich nicht an zu analysieren ob die eine Hookline vielleicht noch prägnanter hätte sein könnte oder nicht.
Gleich beim ersten Anhören sind mir die Songs nur so ins Gesicht gesprungen, da muss ich nicht erst 10 mal das ganze Album anhören, bis mir ein Lied auffällt das irgendwas hat und mir dann vielleicht doch noch gefällt.
Barree
2008-06-05 17:21:18 Uhr
Sorry arnold. Ich meinte Druffhauer.
Daharka
2008-06-05 16:40:13 Uhr
die band kopiert sich einfach andauernd selbst! das ist das problem!
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