Stone Temple Pilots - Shangri-la dee da

Stone Temple Pilots- Shangri-la dee da

Atlantic / Eastwest
VÖ: 25.06.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Nummer Fünf lebt

Dr. Freud, übernehmen sie! Der Fall wird Sie interessieren. Es geht um einen kalifornischen Vierer mit dem Namen Stone Temple Pilots. Deren Geschichte ist kurz erzählt: Mit dem Debüt auf den Thron des Rockolymp. Danach hinab in die Tiefen von Drogenentzug und Gefängnisaufenthalt. Als keiner mehr damit rechnete, wie Phoenix aus der Asche mit Album "No. 4" und jetzt fernöstliche Heilkunde und Gewürztee alias "Shangri-la dee da".

Daß Rock-Rabauken irgendwann mal brave Familienväter werden ist hinlänglich bekannt, daß das aber auch den Stone Temple Pilots passieren würde, war nicht zu erwarten. Der immer gültige Aufbau der griechischen Trägödie scheint durchbrochen. Nach kometenhaftem Aufstieg und tiefem Fall, gefolgt von der Katharsis während der Aufnahmen zum vierten Album, inszenierte man das Happy End im Großfamilienstil: mit Verwandten und Freunden (Brendan O'Brien heimst mal wieder die Produzenten-Credits ein), viel Zeit und einer abgelegenen Farm als Aufnahmeort. Wie aber Ruhe und Gelassenheit sich auf eine Band auswirken, die ihre Faszination immer aus der inneren Anspannung und dem äußeren Druck geschöpft hat, bleibt die große Frage.

Soviel zur Vorgeschichte, kommen wir zu den Symptomen, und die sind vielfältig. "Dumb love" knüpft an wo "No.4" aufgehört hat: ein Wummern in der Magengegend, ohne Rücksicht nach vorne gerotzt. Damit bleibt es aber zugleich die große Ausnahme auf einem Album, daß sich intensiver als alle Vorgänger mit Popschmelz und Herzblut auseinandersetzt und dabei Gitarrenwände durch Melodieparts isoliert. Weniger intuitiv, dafür präziser und mit mehr Spannweite laden die Piloten zu einem Rundflug durch ihr bekanntes Soundspektrum ein - inklusive Blick hinter den Horizont. Highlight der Reise ist die wunderschöne Liebeserklärung "Wonderful", in der Scott Weiland seinen eigenen Tod thematisiert und die verpaßten Momente mit seiner Frau zurücksehnt: "I haven't been the best with all that I had / Wish I'd only laid beside you".

Selbstreflexion ist die übergreifende Klammer, die "Shangri-la dee da" zusammenhält, egal ob es sich um einen Abgesang auf das Starleben ("Hollywood bitch"), die Unbekümmertheit der frühen Tage ("Too cool queenie") oder die vollzogene Selbsterneuerung ("Regeneration") dreht. Momente des Innehaltens, des Verweilens und der Rückschau, statt der Befreiungsschläge und Exzesse vergangener Tage stellen eine neuerliche Faszination dar. Die Stone Temple Pilots bestimmen nun selber die Veränderungen, von denen sie früher getrieben wurden. Das Reifezeugnis ist abgelegt. Wohin der weitere Weg führt, dass wissen wohl nur die Piloten oder Sie, Dr. Freud.

(Thorsten Thiel)

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Highlights

  • Hollywood bitch
  • Wonderful
  • Hello it's late

Tracklist

  1. Dumb love
  2. Days of the week
  3. Coma
  4. Hollywood bitch
  5. Wonderful
  6. Black again
  7. Hello it's late
  8. Too cool queenie
  9. Regeneration
  10. Bi-polar bear
  11. Transmissions from a lonely room
  12. A song for sleeping
  13. Long way home

Gesamtspielzeit: 47:21 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
MJK
2007-01-18 13:56:36 Uhr
*Chichi* :-)
Also ich weiss nicht, was ich sagen soll. Das ist halt ein Album, das mir so gar nichts gibt. Und ich mag Album 1,2 und 4 recht gern.
Dan
2007-01-18 13:53:10 Uhr

*seufz* ich gebs auf...
Cochise
2007-01-17 16:19:19 Uhr
Die Core ist mir von der Produktion her zu schlecht, das vermiest mir selbst die besten Songs..
No.4 finde ich nach der Purple die beste. Stark wenn man bedenkt in welchem Zustand der Mann damals war!
Dan
2007-01-17 16:17:24 Uhr

"Shangri-La" ist das Thema, nicht ihre anderen Platten, meine Lieben... :P
Loam Galligulla
2007-01-17 15:06:47 Uhr
Core 8/10
Purple 8/10
Tiny Music 8/10
No.4 8/10
Shangri la dee daa 7/10

Ausgeglichenste Band auf hohem Niveau die ich kenne ;-)
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