Friska Viljor - Tour de hearts

Friska Viljor- Tour de hearts

DevilDuck / Indigo
VÖ: 23.05.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

No women, no cry

Nach dem Rausch folgt der Kater. Was bleibt, ist ein dicker Schädel und das Versprechen, dem Alkohol beim nächsten Mal etwas weniger zu frönen. Was geht, sind einige Millionen Gehirnzellen. Friska Viljor haben zum Glück andere Erfahrungen gemacht. Klar, Gehirnzellen werden die auch verloren haben. Doch ansonsten endete ihr letzter Rausch mit Applaus und einem Jubelschrei namens "Bravo!". Das Debütalbum der schwedischen Band war ein von tragischer Lebensfreude getragenes Juwel, das die sechsköpfige Band um Daniel Johansson und Joakim Svenningson nach unglücklich abgeschlossenen Beziehungen und vielen Stunden in Stockholmer Kneipen zur Genesung benötigten.

Dabei sind Friska Viljor weder eine Selbsthilfegruppe, noch Pärchentherapeuten. Die Konzerte der Schweden im vergangenen Jahr entpuppten sich eher als feucht-fröhliche Mitgröhl-Events, auf denen man auch dann gut aufgehoben war, wenn man sich in einer intakten Partnerschaft befand; und für alle anderen standen die Chancen gut, in einem der endorphinverseuchten Clubs die neue Herzdame oder den neuen Herzbuben zu entdecken. Passenderweise haben Friska Viljor ihr Zweitwerk "Tour de hearts" genannt.

Ihr Liebeskummer ist fast verflogen. Im Albumopener "On and on" schwingt noch ein wenig Melancholie mit, doch nur für 50 Sekunden, dann lässt der Freundeskreis der Beiden die glockenspielende Botschaft "You will feel much better if you left this wife alone" im Chor ertönen. Das Eis ist gebrochen, und Friska Viljor laufen zur Höchstform auf. "Old man" ist ein durch Mark und Bein schlitternder Ohrwurm, der sich ohne Vorwarnung der Tanzmuskeln bemächtigt und zur großen Trompetenparty bittet. Zu diesem Song möchte man nackt über Rosenhecken im Stadtpark springen, freudestrahlend den Sommer begrüßen und bei tropischen Temperaturen in der Spree abgehen. Doch die Schweden verschnaufen erst mal.

Ein Balalaika-Rhythmus und Johanssons kratziger Gesang scheren sich in "Oh no" einen Dreck darum, ob sie die richtigen Töne treffen, und "The streets sounds like" hätte auf dem Debüt noch von der spritzigen Experimentierfreude profitiert. Jetzt gesellt sich zur sanften Folkmelodie der Chor dazu. Das ist hübsch, aber auch nicht mehr. Herz- und beinergreifend sind Friska Viljors zuckersüße, stets treibende Melodien wie etwa in "Taste of her lips" immer noch, doch die liebenswerte Spontaneität von "Bravo!" treffen sie nicht immer. Ab und zu finden die Nebenwirkungen der Bandentstehungsgeschichte jedoch ihren Weg zurück auf "Tour de hearts". In "Sunday" etwa covern sie selbstbewusst den Elektrobeat eines Debütsongs. Den hatten sie wohl schon wieder vergessen. Bei übermäßigem Alkoholkonsum soll so was ja vorkommen.

(Steffen Meyer)

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Highlights

  • On and on
  • Old man
  • Taste of her lips

Tracklist

  1. On and on
  2. Old man
  3. Oh no
  4. The streets sounds like
  5. The cure
  6. Taste of her lips
  7. Arpeggio
  8. Early morning
  9. Dear old dad
  10. Sunday
  11. In the nude

Gesamtspielzeit: 42:16 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Thomas
2009-03-18 18:02:32 Uhr
Hurra ... Mittwoch 25.03.2009 sind Friska in Köln ... 12,10 Euro, Hammer !!!
Konzertgäger
2008-09-11 08:03:29 Uhr
Das war nen sehr schönes Konzert gestern, vielen dank !
Im Tower selten so einen guten Sound gehabt...zumindest bei Friska.
Nur ein paar mehr Songs sollten die Jungs mal einspielen ...
Бɨɘя ɐɯ Гʉʂʂ
2008-09-10 12:25:19 Uhr
noplace (13.06.2008 - 15:18 Uhr):
leider schmeckt der song "the cure", der live sowas von erste sahne ist, in der albumversion wie lauwarme milch.


ich find auch die albumversion schon wahn sinnig toll :(
matze
2008-09-10 12:21:12 Uhr
War denn jemand gestern beim Konzert im Knust ?
heute kommen sie ja nach Bremen, freu mich !
noplace
2008-06-13 15:18:05 Uhr
leider schmeckt der song "the cure", der live sowas von erste sahne ist, in der albumversion wie lauwarme milch.
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