Foxboro Hot Tubs - Stop drop and roll!!!

Foxboro Hot Tubs- Stop drop and roll!!!

Reprise / Warner
VÖ: 23.05.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Minirock

Rockstar müsste man sein. In den wilden Anfangsjahren rockt man mit gelungenem Debütalbum im Gepäck und beruhigendem Plattenvertrag in der Tasche einen Club nach dem anderen. Hier ein Interview, da ein Titelblatt, dort ein Videodreh. Und Backstage wird verschlungen, was Kühlschrank- und Groupievorräte hergeben. Langeweile kommt da vermutlich erstmal nicht auf. Ist der Rockstar etabliert, wird er in der Regel etwas ruhiger, sesshaft und familiär und genießt in den jahrelangen Pausen zwischen Album und Headlinertour das süße Nichtstun.

Herrschaften wie Billie Joe Armstrong, Mike Dirnt und Tré Cool scheint das nicht zu genügen, geschweige denn künstlerisch zu befriedigen. Was macht man also? Richtig: Musik. Und da die Arbeiten am lang ersehnten, für 2008 angekündigten "American Idiot"-Nachfolger anscheinend keinen der drei Mittdreißiger vollkommen auszulasten scheinen, gibt’s nun eine knackige halbe Stunde Garagenrock. Nicht von Green Day, sondern von Foxboro Hot Tubs. Was abgesehen von Jason White (ohnehin inoffizielles viertes Green-Day-Mitglied) und Jason Freese (Green-Day-Background-Sänger und Bruder des ungleich berühmteren Josh) Personalunion bedeutet.

Leider lassen Armstrong und Co. unter ihrem Alter Ego nicht wirklich die Sau raus oder wagen mal etwas Verrücktes. Natürlich rockt der Opener "Stop drop and roll” mehr als zünftig. Da gibt es überhaupt nichts zu meckern. Songs wie "Ruby room" oder "Broadway" finden nicht weniger schnell ihren Weg durchs Ohr ins Tanzbein. Sehr bewegungsfördernd, sehr in den 60er Jahren verwurzelt. Angereichert mit dem Lebensgefühl der damaligen Zeit zwischen Surfbrett, Minirock, Freiheit und Rebellion, bieten die Songs quasi Gutes von Gestern bzw. Vorgestern.

Im neuen Gewand, versteht sich. So kommt zum Beispiel die beste Nummer der Platte, "Mother Mary", wie eine wohlige Mixtur aus Buddy Holly und The Fratellis daher. Generell sind Foxboro Hot Tubs gerade dann am stärksten, wenn sie ihre Vorliebe für alte Helden wie The Kinks oder The Monkees durchscheinen lassen. Es dürfte daher auch kein Zufall sein, dass "27th Ave. shuffle" The Whos "My generation" ähnelt. Andererseits liegt der Green-Day-Wiedererkennungswert bei Stücken wie "Sally" oder "The pedestrian" fast schon zu hoch. Die hätte man dann auch getrost auf das neue Album packen können und sich als Foxboro Hot Tubs ruhig etwas mehr und experimentierfreudiger austoben können. "Stop drop and roll!!!" ist Pausenunterhaltung, nicht mehr, nicht weniger. Und jetzt möge bitte die Vorstellung weitergehen.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Stop drop and roll
  • Mother Mary
  • The pedestrian

Tracklist

  1. Stop drop and roll
  2. Mother Mary
  3. Ruby room
  4. Red tide
  5. Broadway
  6. She's a saint not a celebrity
  7. Sally
  8. Alligator
  9. The pedestrian
  10. 27th Ave. shuffle
  11. Dark side of night
  12. Pieces of truth

Gesamtspielzeit: 32:54 min.

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