Warrel Dane - Praises to the war machine

Warrel Dane- Praises to the war machine

Century Media / EMI
VÖ: 25.04.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Alleinstellungsmerkmale

Warrel Dane gehört zu der Kategorie Musiker, die mit wachen Augen durch die Welt gehen und in ihrem musikalischen Sprachrohr entsprechend kommentarfreudig sind. Wie muss es ihn da gewurmt haben, dass Nevermore schon so lange auf Eis liegen. Insbesondere nach dem Theater um die schwere Nierenkrankheit von Gitarrist Steve Smyth. Wer also Mr. Dane kennt, wird rein lyrisch von "Praises to the war machine" schon mal nicht überrascht.

Ebenso wenig verblüfft es, dass ein Sängers auf seiner Soloplatte mehr Wert auf klare Gesangslinien legt als bei der Hauptband, zumal bei deren letztem Album "This godless endeavor" doch eher rustikale Klänge – besser gesagt: bisweilen gnadenlose Härte – dominiert haben. Ja, Metal-Archäologen mögen hier sogar die guten alten Sanctuary auf das Referenzen-Tableau heben. Eher unerwartet hingegen ist, dass ausgerechnet Dane sich als derart großer Fanatiker von Paul Simon outet. Hatte er mit Nevermore bereits auf "Dead heart in a dead world" eine höchst bizarre Version von "The sound of silence" herausgeschmettert, muss diesmal "Patterns" daran glauben. Tatsächlich verdienen Simons zynisch-düstere Lyrics absolut die metallische Umsetzung. Und weil das alles nicht genug ist, wird "Lucretia my reflection" von den Sisters Of Mercy ebenfalls durch den Wolf geknarzt. Schick ist's allemal.

Doch auch dort, wo er kein fremdes Liedgut vertont hat, schlägt sich der Frontmann ohne Band, dafür aber mit Unterstützung unter anderem von Peter Wichers (ehemals Soilwork), mehr als achtbar. Ganz Rampensau, kann er insbesondere bei "Messenger", "August" oder "The day the rats went to war" mit der zuletzt gegenüber der Härte unterlegenen Virtuosität punkten. Mit "Your chosen misery" und dem rührend ehrlichen "Brother" sind sogar zwei klassische Power-Balladen am Start.

Es wird durchaus Zeit, dass auch von Nevermore wieder einmal Neues zu hören ist. Ein Soloalbum, zumal ein sehr gutes wie dieses, kann einer brach liegenden Band durchaus wieder Kreativität einhauchen. Bekannt ist aber auch, dass Epigonen wie Communic nicht nur auf der Überholspur sind, sondern schon wieder den Blinker zum Einscheren gesetzt haben. Für den Moment allerdings können die Preisungen in Richtung des Herrn Dane gehen. Denn dieses Soloalbum ist wahrlich mehr als Beschäftigungstherapie für nicht ausgelastete Sänger.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Lucretia my reflection
  • Your chosen misery
  • The day the rats went to war

Tracklist

  1. When we pray
  2. Messenger
  3. Obey
  4. Lucretia my reflection
  5. Let you down
  6. August
  7. Your chosen misery
  8. The day the rats went to war
  9. Brother
  10. Patterns
  11. This old man
  12. Aeon

Gesamtspielzeit: 45:58 min.

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