Guz - Mein Name ist GUZ

Guz- Mein Name ist GUZ

Trikont / Indigo
VÖ: 14.03.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Alles muss raus

Ist es eigentlich wirklich fair, die WM 2006 in Deutschland stattfinden zu lassen, nur um zwei Jahre später ein paar Breitengrade weiter südlich direkt mit der EM weiterzumachen? Denn der Franzose, Italiener, Tscheche und Russe muss sich schließlich die Frage stellen, wo denn da genau der Unterschied zwischen den drei Nationen ist und ob die schwarz-weiße Elf nicht direkt schon wieder ein Heimspiel nach dem anderen hat. Den Engländer braucht das hingegen nicht zu interessieren. Guz, seines Zeichens Frontmann bei den Aeronauten und gefühlten 23 anderen Bands, gibt mit seinem nunmehr elften Album auch nicht wirklich neue Antworten. Wer seinen Liedern über Leserbriefjunkies und Space-Recycling ein typisch schweizerisches Element attestieren will, wird ohnehin zwangsläufig scheitern müssen. Was vermutlich auch ganz okay so ist.

Von weit mehr Belang ist, dass viele Songs des mit fünfzehn Liedern bepackten, quasi selbstbetitelten Albums sich nicht allzu viel vom letzten Aeronauten- unterscheiden. Was prinzipiell keine schlechte Sache ist, war doch "Hier: Die Aeronauten" eine gewohnt gute Platte und Zitat-Schleuder. Zudem unterschieden sich die vorherigen Alben des Frontmanns ja bislang auch nicht zu stark vom Hauptprojekt, weshalb auch hier eine gewisse Konstanz beglaubigt sei. Und mit Songs wie "Einsam" gewinnt Guz sowieso. Vielleicht ein bisschen öde betitelt, erzählt der Barde die neverending story von Liebe und Herzbruch: "Ich mache nichts mehr, weil ich längst vergessen habe, für was / Ich wasch mich nicht mehr, seit du mich das letzte Mal berührt hast." Zum ebenso realistischen wie ehrlichen Text gesellt sich eine fantastische Keyboardmelodie und eine Portion heruntergekommenen Kneipen-Flairs. Man weiß eben, wovon Guz singt.

Leider erreichen bei fünfzehn Songs natürlich nicht alle dieses hohe Niveau. Das unnötige "King of the jungle" versagt beim Versuch, originell zu sein, und "Martina" erzählt die mäßig zusammengereimte Geschichte von Sex zwischen Lehrern und Schülern und umgekehrtem Autoritätsverhältnis. Wäre "Mein Name ist GUZ" also ein wenig schlanker, es könnte bestens überzeugen. So muss sich Oliver Maurmann jedoch den Vorwurf gefallen lassen, dass nicht jeder Output dazu taugt, wirklich nach draußen zu wandern. Denn Heimspiel ist manchmal eben nicht gleich Heimspiel - wissen die Engländer. Und alle anderen lernen das sicher auch noch.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Einsam

Tracklist

  1. Nachtarbeiter
  2. Scheisslied
  3. Einsam
  4. Primitiv
  5. Zeltplatz
  6. Würdevoll und alt
  7. Leserbrief
  8. King of the jungle
  9. Going down the river
  10. Weltraummüll
  11. I hate everybody
  12. Kulturfestival
  13. Second Hund
  14. Martina
  15. You're gonna miss me

Gesamtspielzeit: 43:31 min.

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  • Guz (10 Beiträge / Letzter am 21.04.2008 - 18:55 Uhr)

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