Thrice - The alchemy index: Vol. 3 & 4 (Air & earth)

Thrice- The alchemy index: Vol. 3 & 4 (Air & earth)

Vagrant / Rough Trade
VÖ: 18.04.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die Schlimmbesserung

Weniger wäre manchmal mehr - so resümierten wir bei "The alchemy index: Vol. 1 & 2 (Fire & water)". Dieses Fazit haben wir dann mit konkreten Ansätzen als Art Briefing ausformuliert, unsere interne All-Star-Band hat dazu noch ein paar Beispiel-Demos aufgenommen und beides zusammen schickten wir daraufhin ausreichend frankiert rüber nach Orange County, California. Dustin Kensrue bedankte sich artig für diese nette Form der konstruktiven Kritik und wollte mal schauen, ob unsere Ideen noch eingebunden werden könnten. Eigentlich seien die EPs Nummer 3 und 4 aber schon bei der ersten Session fertig aufgenommen worden. Diese Vorgeschichte nur zum besseren Verständnis.

Danach wurde es erst einmal ruhiger um die Band, und auch wir haben nicht mehr viel gehört. Jetzt wissen wir: Sie haben jede Minute der Zeit effektiv genutzt, um unsere Anmerkungen doch noch irgendwie unter dem Druck des Veröffentlichungsdatums einzubauen. Umso schöner ist es jetzt zu sehen und zu hören, dass es doch noch Bands gibt, die sich mahnende Worte zu Herzen nehmen. So macht "Air & earth" gegenüber "Fire & water" mehr oder weniger eine Rolle zurück, unter anderem zu der großartigen Stimme ihres Sängers, die wieder vermehrt zur freien Entfaltung kommt. Weniger ist eben doch manchmal mehr. Ebenso wirken alle Songs untereinander geschlossener, homogener und atmosphärischer verknüpft - genau das wollten wir ja.

Eigentlich wäre somit auch der Weg zum "Album des Jahres" frei gewesen, doch wie es immer so ist, gehen Dinge immer genau dann schief, wenn man sie a) nicht selbst macht oder b) alles explizit sagt. So vergaßen wir in unserem Briefing zu erwähnen, dass genau die musikalische Varianz zwischen "Fire" und "Water" das Spannendste am Vorgänger war und bitte unbedingt beibehalten werden sollte. Stattdessen klingt nun "Earth" - abgesehen von "Come all you weary" - in seinem akustischen Gewand zwar wesentlich erdiger und bodenständiger, doch fehlt von der Grundstimmung her ganz eindeutig der Kontrast gegenüber dem etwas leichteren "Air". Da wurde wohl der Satz: "Die zusammengehörenden Elemente sind als Einheit und Gegenspieler zu verbinden", nicht bis zu Ende gelesen.

Nun ist es ja wirklich nicht so, dass wir manisch immer etwas suchen müssen, nur damit es etwas zu Nörgeln gibt, aber wir müssen es wohl noch einmal betonen: Weniger ist immer noch mehr! Diesmal halt nur an anderer Stelle. Die Songs von "Air & earth" sind wirklich allesamt große Klasse und lassen sehr oft Parallelen zu Dustin Kensrues Soloaufnahmen aufkommen - was ja auch absolut positiv ist. Aber irgendwie beißen sie sich auch selbst in den Schwanz, indem sie in den Konzeptgedanken der vier Elemente veröffentlicht werden und man dies daraufhin immer im Hinterkopf hat. Zum hinter die Ohren schreiben: Kompliziert bauen kann jeder.

(Christoph Schwarze)

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Highlights

  • Daedalus
  • The earth isn't humming

Tracklist

  • CD 1
    1. Broken lungs
    2. The sky is falling
    3. A song for Milly Michaelson
    4. Daedalus
    5. As the crow flies
    6. Silver wings
  • CD 2
    1. Moving mountains
    2. Digging my own grave
    3. The earth isn't humming
    4. The lion and the wolf
    5. Come all you weary
    6. Child of dust

Gesamtspielzeit: 45:10 min.

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