Alfie - If you happy with you need do nothing

Alfie- If you happy with you need do nothing

XL Recordings / Beggars
VÖ: 11.06.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Auf der Gegengeraden

Vor dem Start des heutigen Laufes in der Kategorie "New Acoustic Movement" gelten neben den Turin Brakes und den Kings Of Convenience auch Alfie zu den Mitfavoriten. Zwar werden sie gelegentlich noch als Newcomer belächelt, haben sich jedoch nach einem intensiven Trainingslager beim schlechtgezeichnetsten Jungen der Insel und einigen Übungsläufen über die Distanz dreier EPs für diesen wichtigen Lauf qualifizieren können. Mit klassischen Singer/Songwriter-Melodien unter Arm und dem Slogan "If you happy with you need do nothing" auf der Zunge stehen sie am Start bereit.

Der Startschuß fällt, aber Alfie können den Vorteil ihrer Vorschußlorbeeren nicht nutzen. So laufen sie trotz einiger seitlicher experimenteller Schlenker mit "Bookends" in der ersten Beck'sche Kurve auf der langen Quiet Is The New Loud-Gerade lediglich im sicheren Mittelfeld. Beim ersten Zwischenstop reichen Belle & Sebastian zu "2 up 2 down" die melodischen Getränke. Mit dieser Stärkung setzen Alfie zum Spurt an und machen nach der Einnahme eines Mundharmonika-Drinks mit dem beswingten "You make no bones" weiteren Boden gut. Kein Wunder, da gerade hier auch ihr Trainer Damon Goughs vorbei schaut, ob sie auch den Anforderungen gewachsen sind.

Kaum wirft dieser einen intensiveren Blick auf seine Schützlinge, scheinen diese die Strecke während der schwersten Steigung zu verlassen und sich beim Anstieg in den instrumentalen Seitenstraßen von "Umlaut" zu verlieren. Doch schon von weitem hört man die ruhigen Streicher des Songs "Sure and simple time", die sie zurück auf den rechten Weg lotsen. Als sie endlich den melodischen Faden wiedergefunden haben, variieren sie die Geschwindigkeit nach Belieben und probieren immer neue countryeske Durstlöscher. Bei "Check the weight" reibt sich Badly Drawn Boy erstaunt die Augen: Alfie nutzen alle Kraft dieser akustischen, mehrstimmigen LowFi-Ballade und setzen sich sogar kurzzeitig an die Spitze des Kurses. So diktieren sie eine Zeitlang das Tempo des "New Acoustic Movement"-Umlaufes.

Auf der Zielgeraden aber werden sie langsamer, müssen die Konkurrenten passieren lassen und schlendern mit ihren Akustikgitarren im Anschlag lasziv an "Montevideo" und der "Manor house farm" vorbei. Im Ziel angekommen fallen sie sich in die Arme und sind überglücklich, sich der ersten großen Herausforderung gestellt zu haben. Zwar gehören sie heute noch nicht zu denen, die das Treppchen besteigen dürfen, haben aber allen Zuschauern gezeigt, daß sie auch auf dieser ungewohnt langen Distanz mit Charme und einer Prise Melancholie meist zu überzeugen wissen und ihren eigenen Weg zu gehen in der Lage sind. Die Leute in den Seitenstraßen singen wohl immer noch zu solch hinreißenden Melodien wie "It's just about the weather" und freuen sich auf die lauen Herbstabende, wenn es sich wieder lohnt, sich beim Lagerfeuer an ein Rennen mit einem solch kuriosen Verlauf zu erinnern.

(Jan Wittenbrink)

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Highlights

  • It\'s just about the weather
  • You make no bones
  • Check the weight
  • Montevideo

Tracklist

  1. Bookends
  2. It's just about the weather
  3. James' dream
  4. 2up 2down
  5. You make no bones
  6. Umlaut
  7. Sure and simple thing
  8. Check the weight
  9. Talking song
  10. Manor house farm
  11. Montevideo

Gesamtspielzeit: 47:19 min.

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