Pennywise - Land of the free?

Pennywise- Land of the free?

Epitaph / Connected
VÖ: 04.06.2001

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Rettung in Sicht?

Es gibt Bands, von denen der Fan keine großen Überraschungen erwartet, ja nicht einmal möchte. In diese Kategorie gehören auch Pennywise. Der Käufer erwartet von "Land of the free?" schnelle Gitarren, schnelle Uff-tschack-Drums und einmal mehr den eigentlich völlig überflüssigen Beweis, daß sich Tempo und Melodie nicht gegenseitig ausschließen. Genau diese Erwartungen erfüllen sie auf ihrem achten Album wieder einmal auf hohem Niveau.

In gewisser Hinsicht erinnern Pennywise dabei an einen Leuchtturm, sind sie doch ein Licht in der Dunkelheit, das dabei hilft, die Klippen des Alltags zu umschiffen, und eine feste Wegmarke im ständigen Auf und Ab und Hin und Her. Ganz so bewegungslos ist dieser Leuchtturm dann aber doch nicht. Ab und zu mäandert das Licht ein wenig umher, so daß das Leuchtfeuer kurz eine unbekannte Gegend beleuchtet, nur um kurz darauf wieder stoisch seinen Standpunkt zu markieren.

Solcherlei Ausflüge unternimmt zum Beispiel die Gesangslinie, die bei "The world" ganz unerwartet an britische Bands wie die Charlatans oder die Happy Mondays gemahnt. Bei "Enemy" dann weckt die Gitarre für ein paar Sekunden Erinnerungen an eine gern geleugnete Phase der musikalischen Sozialisation: Die New Wave Of British Heavy Metal bricht sich an den Felsen vor unserem Leuchtturm. Sein Licht beleuchtet kurz die Schaumkronen, doch dann ist die Iron-Maiden-Assoziation auch schon wieder im Ozean versunken. Das nicht minder feuchte Steve Miller-Zitat in "Set me free" aber scheint wohl eher ein blinder Passagier zu sein.

Nein, Punkrocker, keine Angst. Das, was ihr im letzten Absatz gelesen habt, sind Gewürze, keine Zutaten. Diese Gewürze machen "Land of the free?" zum einen schmackhaft, zum anderen aber auch haltbar. Vitamin C für den Punkrock-Segler sozusagen. Zudem heben sie dieses Album aus dem Punkrock-Einerlei-Brei heraus und helfen, daß das, was ins Ohr hineingeht, auch eine Weile dort hängen bleibt. Und wenn so ein Song gerade im Ohr hängt, sollte man sich auch mal die Texte zu Gemüte führen. Die sind nämlich gar nicht schlecht.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • The world
  • Fuck authority
  • My god

Tracklist

  1. Time marches on
  2. Land of the free?
  3. The world
  4. Fuck authority
  5. Something wrong with me
  6. Enemy
  7. My god
  8. Twist of fate
  9. Who's on your side
  10. It's upto you
  11. Set me free
  12. Divine intervention
  13. WTO
  14. Anyone listening

Gesamtspielzeit: 39:36 min.

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