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Sir Simon - Battle

Sir Simon- Battle

Strange Ways / Indigo
VÖ: 04.04.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Frieden auf Erden

Man kennt sie zur Genüge: die kleinen privaten Kämpfe mit jenen Menschen, die - abseits von Geruchsbelästigung - etwas gerne mal "so stehen lassen", um dann den Raum zu verlassen. Man selbst bleibt zurück, in hochtoxischer Atmosphäre und mit all den Rasereien im Kopf. Vielleicht pflanzen die Amerikaner ja wirklich nur demokratische Topfblumen im Zweistromland? Vielleicht schießen Spatzen Elefanten mit Kanonen von Porzellanlädendächern? Es braucht etwas, um den Kopf zu klären und die Lungen zu füllen. Vielleicht hilft ja das Debüt von Sir Simon. Denn wenn das bereits ein "Battle" ist, dann möchte man diese Probleme nur zu gerne haben. "Battle" hat entsprechend genug Güte und Freundlichkeit, um seinen Titel in Denkerpose im Club der Verlassenen zurückzulassen: Was habe ich hier überhaupt verloren? Na, dann pass mal auf.

Deinen Mut zum Beispiel: "Credit cards and trains" postuliert "I've been trying all the time to keep calm" und bleibt dabei ein derart couragiert gesungener Kopf-an-Schulter-Knuddler, dass die Tränen einfach kullern müssen. Weicheier wissen, wie eng die Grenze zwischen Freude und Trauer hier gezogen ist.

Dein Herz zum Beispiel: Es sind gefäßerweiternde Brustöffner, wie bei "The band stopped playing" und "Nine to five" aus dem überall auf "Battle" verstreuten Folk-Pop die Slide-Gitarren auferstehen und wie Glockenspiel und Klavier melodisch immer noch eins drauf setzen. Die harten Kerle heulen vielleicht nur bei Motoröl im Auge. Die Heulsusen hingegen wissen, dass das nun echt kein Grund ist.

Deine Hoffnung zum Beispiel: "Safety first" geht noch mal nach oben und zeigt, wie sich Gravenhurst zwischen The Notwist und Blackmail anfühlen muss. Ein herzlicher Schnodderhochzieher und stiller Fäusteballer, der dennoch mehr Konsequenz ins Hirn schiebt als manch vorschnell geschossene Energieabfuhr. Die Manisch-Depressiven zerlegen ihre Hütte zu Feinstaub. Die Melancholiker hingegen wissen, dass hinterher noch abgründig ins Rund gelächelt werden muss.

Prinzip verstanden? Richtig: Im Ergebnis ist "Battle" nicht nur friedfertig, sondern auch unendlich befriedend. Eine Platte, die Ruhe einkehren lässt, Atempausen im auf einmal still und gedämpft daliegenden Raum gewährt und Milde herbeiruft. Es sollte wohl angefügt werden, dass der Rezensent keinen haltlosen Streit vom Zaun gebrochen hat, um das unter Realbedingungen zu testen. Könnte ja auch nach hinten losgehen. Andererseits heißt das auch, dass "Battle" gar nicht zwingend erst Frieden stiften muss, um großartig zu sein. Das lässt man dann doch gerne mal so stehen. Schlichtend und ergreifend.

(Tobias Hinrichs)

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Highlights

  • Credit cards and trains
  • The band stopped playing
  • Safety first

Tracklist

  1. Credit cards and trains
  2. The band stopped playing
  3. Drive me home
  4. Lines
  5. Nine to five
  6. I turn the key
  7. The last year
  8. Drink and drive
  9. Tapes tunes microphones & lies
  10. Safety first
  11. 16 °C

Gesamtspielzeit: 47:04 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
mgt
2008-04-05 12:22:53 Uhr
hab ganz verschlafen, dass die platte gestern rauskam und hör nun das neue lied bei myspace. ist wirklich wirlich schön!

übrigens, sir simon ist nicht nur neuer keyboarder bei tomte, sondern war auch mal bei Madsen, oder zumindest deren vorgängerband...
is doch alles inzest im deutsch-indie-rock bereich....
Soup Dragon
2008-04-04 15:01:41 Uhr
Die ja bekanntlich wie eine nette, aber reichlich belanglose Kopie von Simon and Garfunkel klingen, die an sich ,zumindest in vielen Kreisen, ja auch nur als nett aber irgendwie reichlich belanglos gelten. Irgendwie führt das mit der Musik von oder ohne Belang doch zu nichts. Also entweder man mag die Platte oder eben nicht.
The Hammerhead
2008-04-04 14:14:56 Uhr
Klingt wie eine nette, aber reichlich belanglose Kopie von den Kings of Convienience
Boston
2008-04-02 20:31:55 Uhr
Und jetzt ist der doch der neue Keyboarder bei Tomte, oder?
Philipp
2008-04-02 14:35:39 Uhr
Ja, waren sie.
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