Stompin' Souls - And it's looking a lot like nothing at all

Stompin' Souls- And it's looking a lot like nothing at all

Strange Ways / Indigo
VÖ: 28.03.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Knallerbsen

Endlich mal eine Band aus Schweden, die das niedliche Attribut "Schwedenhappen" niederknüppelt, mit Benzin übergießt, in ein lichterloh brennendes Inferno verwandelt und genüsslich draufrotzt. Stompin' Souls kochen zwar mit dem gleichen Wasser, das auch die Caesars oder The Hives fürs Komponieren empfehlen, nutzen aber auch die Vorarbeit der Kollegen von The Soundtrack Of Our Lives, um ihre brodelnden Energieorgien mit durchweg ordentlichen und abgewetzten Melodien zu würzen und einer normannischen Cleverness zu veredeln. Schweden kennt Pop nämlich auch ohne "-happen".

Die Eröffnung "Into the firing line" ist gleich so zupackend, dass sie das Schlafittchen gar nicht mehr loslässt. Zwar hätten die Stompin' Souls durchaus auf die in diesen Zeiten allgegenwärtige Doors-Orgel verzichten können (wenn sie die schon nicht sonderlich virtuos nutzen), doch schimmert durch dieses aufgeputschte Klanggewand ein Song hindurch, der mehr als eine Stadt niederbrennen kann. Die giftige Strophe strampelt sich mit knapper Not zum Refrain, in welchem Säure und Galle geätzt wird. Die gefeierte Single "Put me on, bring me out" kann im Vergleich jedoch einpacken: Etwas zu speckig glänzt hier die Orgel, auch wenn der Song zweifellos hitverdächtig ist.

Es ist das große Problem von "And it's looking a lot like nothing at all": Die Songs wissen durch die Bank mit ihrer unbekümmerten Dringlichkeit zu gefallen, sind aber bis zum Bersten zugekleistert mit Schellenkranz, kratziger Röhrenverzerrung und Orgel-Oktavenaktivitäten. Die besten Momente erklimmen in ehrehrbietungswürdige Höhen: Da wären der kurze aber wunderbare "The dark side of the moon"-Moment in "The dead song", die traurige Westerntragödie "Another's heart" und der schmachtende Rausschmeißer "Like a scar".

Weil die Stompin' Souls allerdings bei weitem nicht so inspiriert und weise erscheinen wie The Soundtrack Of Our Lives, muss dieses Manko durch die derben Energieexplosionen wett gemacht werden. Mit dem unbedingten Willen zum wilden Herumgezappel streben sie eine jüngere Zielgruppe an und zurren sich mit dem reibeisernen Gesang von Thomas Carlsson ein jugendliches Korsett zurecht. So eignen sich die Songs von "And it's looking a lot like nothing at all" vor allem als Soundtrack zum seligen Betrinken zu später Stunde in der Indie-Disco Deiner Wahl. Einer geht noch.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Into the firing line
  • The dead song
  • Another's heart

Tracklist

  1. Into the firing line
  2. Put me on, bring me out
  3. Pretty wounds
  4. The dead song
  5. Waiting for the van
  6. Start counting the days
  7. Law & order
  8. Another's heart
  9. Beatbox
  10. Nothing is holy now
  11. Help me fall
  12. Like a scar

Gesamtspielzeit: 42:18 min.

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User Beitrag
Steffen
2008-04-02 16:51:46 Uhr
album gekauft und nicht enttäuscht worden. ein bisschen wie die erste Mando Diao, aber noch ein bisschen rauer mit TSOOL anleihen und mächtig dampf. Live sollte das richtig knallen.
Steffen
2008-04-02 16:50:26 Uhr
album gekauft und nicht enttäuscht worden. ein bisschen wie die erste Mando Diao, aber noch ein bisschen rauer mit TSOOL anleihen und mächtig dampf. Live sollte das richtig knallen.
hobs
2008-03-12 12:02:04 Uhr
hab den song letzten SA in der Indie Disse zum ersten mal gehört. Sass recht gelangweilt in der ecke bis der song kam und ich dachte: "wow, was zur hölle ist das?!" geiler song. Bin dann gleich zum DJ gerannt und hab gefragt. Und dann fiel mir wieder ein, dass ich hier ja mal was drüber gelesen hab...
Steffen
2008-02-24 16:04:36 Uhr
kannte ich bisher nicht, aber dass was bei myspace zu hören ist, kligt sehr vielversprechend! werde ich auf jeden fall mal im auge behalten!
ned
2008-02-22 17:10:46 Uhr
die band ist einfach nur geil! hatte das glück, sie schon zwei mal live erleben zu dürfen! einfach geil. freue mich diebisch auf das album! das kann gar nicht enttäuschen. ganz im gegensatz zum letzten album von mando diao - wenn diese schon hier in dem zusammenhang auch genannt werden...
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