The Horror The Horror - Wired boy child

The Horror The Horror- Wired boy child

Tapete / Indigo
VÖ: 14.03.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Klassenclowns

In jeder Schulklasse gibt es sie: die prädestinierten Mobbingopfer, deren einziges Verbrechen meist darin besteht, irgendwie linkisch zu erscheinen. Kommen dann noch mangelndes Selbstbewusstsein, körperliche Schwäche und womöglich noch gute Schulnoten hinzu, kann man den Betreffenden nur ein dickes Fell wünschen. Wie soll man schließlich bei diesem Druck ausreichend Selbstwertgefühl erlangen, um sich überhaupt zuzutrauen, die erste Liebe auch nur anzusprechen?

Wenn The Horror The Horror solche Situationen nicht selbst öfter erfahren haben, muss man ihnen viel Einfühlungsvermögen bescheinigen. Denn "Wired boy child" gibt den Kämpfen, Krämpfen und Sehnsüchten aller Misfits Ausdruck. Natürlich geht es um die schüchtern bewunderte Liebe, aber auch und vor allem um das Gefühl, sich nicht wertvoll genug zu finden. Doch aus der Erkenntnis der eigenen Schwäche kann Stärke erwachsen - so kann man zumindest die stoische Heiterkeit deuten, die trotz aller Melancholie in den Songs von The Horror The Horror steckt. Zum leicht verloren wirkenden Indie-Pop mit blechern klingenden Gitarren singt Joel Lindström mit einer meist angestrengten, fast nölenden Stimme. Sowas könnte herauskommen, wenn man die Strokes, die Go-Betweens und die Smiths in einen Keller sperrt.

"Out of touch, out of style" - aber nicht doch! "I'm coming out / I don't wanna calm down" - raus aus dem Keller, das klingt doch gleich viel kämpferischer. Doch bevor man den vier Schweden das abnimmt, bekommt eher noch der Klassenhaudegen Angst vor der Brillenschlange, wenn die mal vor Wut um sich schlägt. Man redet hier eh nicht von potentiellen Amokläufern, sondern eher vom Erfreuen an und Hoffen auf die kleinen Nettigkeiten des Lebens. Dass der Himmel aber für die Protagonisten der Songs nicht gerade voller Geigen hängt, sorgt dafür, dass das zweite Album von The Horror The Horror deutlich melancholischer als sein Vorgänger klingt. Entsprechend ist "Wired boy child" zunächst weder eingängig noch mitreißend. Aber wie bei so manchem Underdog lohnt sich der Blick hinter die unscheinbare Fassade, um das Wertvolle zu entdecken.

(Holger Schauer)

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Highlights

  • Miss you
  • Kamelen
  • Yes (I'm coming out)

Tracklist

  1. Wired boy child
  2. It was everything, everything
  3. Miss you
  4. Come inside
  5. Country/City
  6. Foggy day
  7. Some napalm burning
  8. Milky white
  9. Hold the line
  10. Kamelen
  11. Yes (I'm coming out)

Gesamtspielzeit: 38:10 min.

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The MACHINA of God

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2014-11-17 17:39:22 Uhr
Gibt's die eigentlich noch?
Gordon Fraser
2009-03-08 14:24:03 Uhr
Drei Beiträge zu diesem Album?

Was für ein meinungsstarkes Forum...
Senior Twilight Stock Replacer
2009-03-08 14:11:39 Uhr
Schöne Cover haben die ja.
Joe Black
2008-03-25 22:30:01 Uhr
hatte zwar leider noch keine zeit, mir das album im laden anzuhören, werds die tage aber tun und freu mich schon riesig auf das konzert im das Bett in frankfurt am 1.4. :)
redelk
2008-03-19 19:32:49 Uhr
Noch kein Thread zum (bereits erhältlichen) neuen Album von The Horror The Horror? Das Debüt wurde ja zurecht sehr gut bewertet...

Auf http://www.myspace.com/thth kann man neue Songs hören...
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