White Rabbits - Fort nightly

White Rabbits- Fort nightly

Say Hey / Fierce Panda / Cargo
VÖ: 14.03.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Drum's not dead

Die Idee, gleich ganz drauf zu scheißen und einfach jedes Instrument wie ein Schlagzeug zu benutzen, ist natürlich auch nicht mehr neu. !!! praktizieren das seit zwei Alben so, und auch bei der einen oder anderen Band auf James Murphys DFA-Label kann man den Eindruck gewinnen, dass alles nur dazu da ist, in Grund und Boden gestampft zu werden. Das Besondere an White Rabbits, einer Band mit zwei Schlagzeugern und einem dritten, der zum Klavierspieler ungelernt wurde, ist da schon eher: Sie verfolgen diesen Ansatz, nehmen das durchaus ernst, legen es aber zu keiner Sekunde darauf an, die Mädchen zum Tanzen zu bringen. White Rabbits wollen den guten alten Indierock, ordentlich zurechtgemachte Songs und eine Homebase in Brooklyn natürlich.

So was führt dann zu Platten wie "Fort nightly", einem Debütalbum, das White Rabbits von vornherein kaum Spielraum nach oben lässt. Alles hier steht sehr eng beieinander: Der Bass ist ein ständiger Antreiber, die Gitarren malen niemals über ihre vorgesehenen Ränder, mindestens ein Schlagzeuger scheint sich immer wieder an alten Pappkartons abzuarbeiten. Wenn überhaupt mal ein Instrument von der Herde getrennt wird, dann das kreiselnde, rudernde, viel Staub aufwirbelnde Klavier von Steve Patterson. Es liegt vor allem an ihm, dass man White Rabbits in ihren gelösteren Momenten auch mit Spoon oder den Cold War Kids verwechseln könnte - selbst wenn sie deren raues Soulverständnis mit Schlachtenbummler-Chören, Rasselbanden und militärisch-strengem Percussion-Programm auskontern.

Schon in "Kid on my shoulder" geht es heimtückisch gegeneinander aufgehetzten Gitarren- und Klavierparts mit Gruppenchants und paranoiden Ahnungen an den Kragen. Auch die Leichtigkeit von "The plot", die unmissverständlichen Absichten des Schlagzeugs und das eingeschüchterte Klavierklimpern - alles nur Vorboten einer bezeichnenden, unbekümmert ausgestellten Spielfreude, die gerade in diesen beiden Songs funktioniert, weil man ihr noch nicht trauen will. Erst zur Albummitte, wenn sich die Bläser nicht mehr hinter den Liedern verstecken und "I used to complain now I don't" an einen schnöseligen Clap-Your-Hands-Say-Yeah-Chor verloren geht, fühlt man sich da sicher. Der Höhepunkt der Party inspiriert hier genauso wie der Morgen danach. Wer da mitfühlen kann, wird sich nach dieser Platte zu seinem ersten Schlaginstrument aus der musikalischen Früherziehung zurückwünschen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights

  • Kid on my shoulders
  • The plot

Tracklist

  1. Kid on my shoulders
  2. The plot
  3. Dinner party
  4. Navy wives
  5. While we go dancing
  6. I used to complain now I don't
  7. Take a walk around the table
  8. March of the camels
  9. Fort nightly
  10. Reprise
  11. Tourist trap

Gesamtspielzeit: 41:02 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Mixtape
2008-04-02 14:27:03 Uhr
Vor Gericht
afromme
2008-03-14 18:40:01 Uhr
Langweiliges Album. Bis auf die zwei oben genannten Songs doch wirklich The Coral für Arme.
Also im Verhältnis - hab das White Rabbits-Album schon 'ne Weile als Import - finde ich The Coral mittelfristig eindeutig langweiliger.
Armin
2008-02-07 15:22:44 Uhr
"Not since THE STROKES' 'Is This It' has an indie-rock debut been so
infectious, yet is so balanced with a world weary swagger" - Pop Matters.



Das Album der neuen Fierce Panda Entdeckung WHITE RABBITS erscheint
hierzulande am 14. März.



"Fort Nightly is that rare debut where potential isn't the operative word -
White Rabbits deliver the whole package straight away" - Pitchfork





Die WHITE RABBITS stammen aus Brooklyn, New York, und zählen Greg Roberts
(Gitarre/Vocals), Steve Patterson (Piano/Vox), Alex Even (Gitarre/Vox), Adam
Russell (Bass), Matt "The Duck" Clark (Drums) und Jamie Levinson (Drums) zu
ihren Mitgliedern. Zusammen bilden sie eine wahrhaftige Groove-Maschine auf
12 Beinen, die sich ihren Weg durch die Geschichte des Pop bahnt und ihre
Instrumente spontan wählt, wie es ihr passt. Wie man es schon vermuten kann,
wenn eine Band zwei Drummer zu ihren Mitgliedern zählt, ist der Vibe dieser
Platte chaotisch, aber dennoch einladend.



"Fort Nightly" ist das Debütalbum der WHITE RABBITS und wurde auf
thetripwire.com bereits zum besten Album des Jahres 2007 in den Vereinigten
Staaten gewählt. WHITE RABBITS befürworten den Sound klassischer Songwriter
vergangener Jahre, was durch einen der beiden Bonustracks noch verstärkt
wird, der sich als RANDY NEWMAN Songperle entpuppt. Manche Zuhörer dürften
sich bei den Klängen an Bands wie 10 CC, THE WALKMEN, BOW WOW WOW oder THE
SPECIALS erinnert fühlen.



WHITE RABBITS wurden bereits in Dave Lettermans Show eingeladen und landeten
Ende letzten Jahres auf der Bühne des ausverkauften New Yorker Bowery
Ballroom. Wo soll das alles noch hinführen? Man darf gespannt sein.

Lätta
2008-01-19 14:59:42 Uhr
Langweiliges Album. Bis auf die zwei oben genannten Songs doch wirklich The Coral für Arme.
jeckyll
2008-01-19 14:54:07 Uhr
@mixtape: Man kann enttäuscht sein, indem man vor dem Albumkauf demos und websingles gehört hat.
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