The Black Crowes - Warpaint

The Black Crowes- Warpaint

Silver Arrow / Indigo
VÖ: 07.03.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Älter und weiser

Erstaunlich, wie sich Älterwerden bemerkbar macht. Bei den Black Crowes merkt man es zum Beispiel daran, dass der Altersabstand zu den besungenen Damen größer wird. Statt der "Sister luck" aus den Anfangstagen gibt es heute ein "Goodbye daughters of the revolution". Zwischen dem Debüt "Shake your moneymaker" und heute sind immerhin schon 18 Jahre ins Land gegangen. Im echten Leben eine Generation, in der Popmusikwelt etwa drei Epochen.

Erstaunlich, dass es die Black Crowes überhaupt noch gibt. Nachdem sich die Black Crowes mitten im aufkeimenden Grunge mit ihrer Hippie-Nostalgie zielsicher zwischen allen Stühlen platziert hatten, machten sie bis 2001 alle zwei bis drei Jahre mit neuen Studioalben darauf aufmerksam, dass sie es noch immer ernst meinen mit dem Traum von der globalen Kommune und freier Liebe überall. Die totale Harmonie wurde dabei durch den immer offener ausgetragenen Bruderkrieg zwischen Chris (Sänger) und Rich (Gitarrist) Robinson empfindlich gestört, sodass man ein schleichendes Ende der Band mit Soloprojekten, Livealbum und Resteverwertung vermuten konnte.

Erstaunlich, wie wenig davon auf "Warpaint" zu hören ist. Die Black Crowes klingen so frisch und unverbraucht, dass eine so wechselvolle und vor allem lange Bandhistorie einfach nicht zum neuen Album passen will. Unverdrossen und vor allem einig huldigen die Robinson-Brüder dem elektrizierten Blues, der Countryballade und dem weißen Soul einer längst vergangenen Ära. Mal blitzen Aerosmith auf, zwischen Slidegitarre und Honky-Tonk-Piano grinsen immer wieder die Rolling Stones hervor. An die Small Faces muss man schon wegen der Stimme immer mal wieder denken.

Erstaunlich, dass mit all diesen langweiligen alten Fürzen in der Referenzenliste kein belangloses Album herausgekommen ist. Auch wenn hier absolut kein Riff frisch und kein Harmoniewechsel überraschend ist: Der Vibe, das Ungreifbare zwischen den Noten, das der Musik Leben einhaucht, ist bei den Black Crowes so stark wie schon seit "Southern harmony & musical companion" nicht mehr. Die Furchen, die man im Gesicht dieser Musik erwarten würde, sind bestenfalls Lachfältchen. Das Feuer, das offensichtlich immer noch brennt, haben die Robinsons endlich mal wieder vollständig in ihre Musik gepackt. Burning blue soul.

(Rüdiger Pater)

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Highlights

  • Walk believer walk
  • Wee who see the deep
  • Wounded bird
  • There's gold in them hills

Tracklist

  1. Goodbye daughters of the revolution
  2. Walk believer walk
  3. Oh Josephine
  4. Evergreen
  5. Wee who see the deep
  6. Locust street
  7. Movin' on down the line
  8. Wounded bird
  9. God's got it
  10. There's gold in them hills
  11. Whoa mule

Gesamtspielzeit: 53:38 min.

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