We Are Scientists - Brain thrust mastery

We Are Scientists- Brain thrust mastery

Virgin / EMI
VÖ: 14.03.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

In einer Nussschale

Dass auch Nerds Musik hören, wissen wir längst. Wer keine Musik hört, ist schließlich ernsthaft krank. Oder taub. Um aber zu erfahren, dass auch Nerds schon mal tanzen wollen, brauchte es das Debüt von We Are Scientists. "With love and squalor" bügelfaltete genügend Ecken und krumme Winkel in Hymnen wie "Nobody move nobody get hurt", "It's a hit" oder "The great escape", dass sich die Nerds nicht unterfordert fühlen durften. Aber auch der gemeine Zappelbudengänger konnte sich am erstaunlich niedrigen C/W-Wert der von gängigen Postpunk-Erkenntnissen inspirierten Songs erfreuen und wippte fleißig mit.

Auch "Brain thrust mastery" kennt die guten, alten Achtziger. Doch statt die Zielgruppe euphorisch weiteren Ohrwürmern auszuliefern, die als Update der unterkühlten Wucht der New Wave funktionierten, sind sie ein paar Jahre weiter gerutscht. Aus New Wave wurde damals New Romantic. Und We Are Scientists wären jetzt gerne Duran Duran. Anders lässt sich "Lethal enforcer" jedenfalls kaum erklären. Das könnte das Nostalgie-Gen der Mittdreißiger kitzeln. Die gehen allerdings längst nicht mehr in trendige Indieschuppen, sondern jubeln auf Ü30-Partys mittlerweile sogar über Songs, die ihnen damals eigentlich zu seifig waren.

Trotz der verträumten Single "After hours" oder des Saxophons in "That's what counts" darf zum Glück bezweifelt werden, ob sich We Are Scientists mit "Brain thrust mastery" überhaupt für den Job als Duran-Duran-Vorgruppe bei der nächsten Stadiontour bewerben wollen. Irgendwo kriecht immer noch eine eher subversive Gitarre herum. Die saftigen Ohohs von "Let's see it" gönnen sich genau wie das sehnsüchtige "Tonight" oder "Altered beast" knarzenden Bass und angeschrägte Grooves. Das treibt den mehrstimmigen Hooks die Anbiederung aus. Auch "Chick lit" versaut sich mit schiefen Licks das Formatradio, und "Dinosaurs" ist sowieso auf der Flucht, weil es sich nicht im satten Gitarrenreverb verheddern will. So könnte "Brain thrust mastery" dann doch wieder dort stattfinden, wo sich die knackigeren Hintern bewegen. Und dass Stephen Hawking nicht tanzen kann, liegt ohnehin nicht an We Are Scientists.

(Oliver Ding)

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Highlights

  • Let's see it
  • Tonight
  • Chick lit
  • Dinosaurs

Tracklist

  1. Ghouls
  2. Let's see it
  3. After hours
  4. Lethal enforcer
  5. Impatience
  6. Tonight
  7. Spoken for
  8. Altered beast
  9. Chick lit
  10. Dinosaurs
  11. That's what counts

Gesamtspielzeit: 41:06 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
musie
2008-03-26 10:49:35 Uhr
am anfang fand ich das neue album ziemlichen mist und völlig belanglos. irgendwie erschloss sich bei mir die atmosphärische dichte der neuen songs erst mit der zeit. inzwischen find ich das album richtig gut mit tendenz nach oben.
Joe Black
2008-03-26 10:42:50 Uhr
after hours - macht einfach gute laune
xdx aka Mr. Korx
2008-03-10 18:16:55 Uhr
für mich sehr belanglos, austauschbar, beliebig.
Oliver Ding
2008-03-10 18:02:39 Uhr
Die Hitdichte sind nicht unbedingt die Stärke des zweiten Albums. Die liegt jetzt eher anderswo. Das war beim Debüt anders, da gingen die Ohrwürmer ausdauernd auf die Zwölf.
Dalam
2008-03-09 21:56:05 Uhr
hmm.. sehr geringe halbwertszeit würd ich mittlerweile sagen..

aber after hours is scho a hit
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