Mínus - The great northern whalekill

Mínus- The great northern whalekill

One Little Indian / Rough Trade
VÖ: 29.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Animalisten

Von gutem Geschmack zeugt die übergewichtige Dame im Evakostüm auf dem Cover ja nicht gerade. Und zu allem Übel fehlt ihr auch noch das sonst übliche Feigenblatt, aber dafür gibt es ja körpereigenen Ersatz. Und man kann am Ende zur Not ja noch immer meinen, dass Mínus mit Cover und Titel von "The great northern whalekill" auf den Walfang aufmerksam machen wollen, der von der isländischen Regierung nach wie vor praktiziert wird. Aber da diese Seite nicht Tierschutzkampagnentests.de heißt, sei dieses Thema hiermit ad acta gelegt und steht die Freude über den Nachfolger von "Halldór Laxness" im Vordergrund. Seitdem gab es nicht nur prominentes Lob aus den fernen USA, sondern wuchs auch noch eine eingefleischte weltweite Fangemeinde, die beruhigt aufatmen darf: "The great northern whalekill" hat mit Panteras Groove-Metal nicht viel am Hut und bleibt bei Mínus' alten Stärken.

Rücksichtslos nach vorne preschende Rocker dürften vor allem live für akute Ohrenprobleme sorgen und erinnern gar nicht selten an den einst von Josh Homme und den Seinigen beschworenen Stoner. Aber so ganz korrekt ist der Vergleich dann doch nicht, denn Krummi, Bjarni, Bjössi und Siggi beherrschen die Bassläufe zwar ebenso gut, aber verzichten dabei höchst ungerne auf Tempo. Nicht umsonst kommt ein nicht unbeachtlicher Teil der Fanschar aus der Hard-und Emocore-Ecke. Was bei Songs wie "Black and bruised" auch nicht weiter verwunderlich ist. Hätte Krummi in seinem Leben nämlich weniger Kippen geraucht, sich ein paar Hektoliter Whiskey gespart und einige Gesangsstunden genommen: Er könnte auch schmachtende Uptempo-Zeilen über Liebeskummer und seinen Gedichtband zum Besten geben, an der Instrumentierung müsste man nicht viel ändern.

Deutlich wird das auch am Opener "Cat's eyes", der sich nicht nur unheimlich gut als Haarfönersatz eignet, sondern dabei auch seinem Songtitel ziemlich treu bleibt: "They have a sense of gravity / Green fire glare in their vivid eye / Magical they prowl at night / It's a kiss, a kiss with their eyes." Wie erwähnt: Mínus sind echte Tierfreunde, bleiben dabei aber dem (skandinavischen) Rock oft immer noch mehr verbunden, als irgendwelchen amerikanischen Spielarten. Man höre zum Beispiel "Rhythm cure", welcher in der Tradition des Vorgängeralbums solche Weicheier wie Turbonegro auf die Plätze verweist und ordentlich Höllenodem faucht. Übrigens seien im Sinne der Band sämtliche Hörer gebeten, bei zu ausdauernder Beschallung mit dem neuen Album die Haustiere aus der näheren Umgebung zu schaffen. Die Tierchen werden es euch danken.

(Konstantin Kasakov)

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Highlights

  • Cat's eyes
  • Kiss yourself
  • Rhythm cure

Tracklist

  1. Cat's eyes
  2. Black and bruised
  3. Shoot the moon
  4. Kiss yourself
  5. Throwaway angel
  6. Not afraid
  7. Rip it up
  8. Rhythm cure
  9. Futurist
  10. Shadow heart
  11. Weekend lovers

Gesamtspielzeit: 37:45 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Demon Cleaner
2008-09-02 20:57:34 Uhr
Bin doch recht enttäuscht vom Album. Da fehlen die interessanten Ansätze und tollen Melodien vom Vorgänger wie in "The Long Face" oder "Insomniac". In der zweiten Albumhälfte wird es besser, aber im Ganzen würde ich eher zur 6/10 tendieren.
Lohruz
2008-09-02 20:37:35 Uhr
Brauch mal hilfe hab die adresse der deutdchen minusseite vergessen... die war zwar nimmer gaanz neu aber geil und informativ... wer kennt die noch?
jakkky
2008-05-05 21:05:23 Uhr
Man,ich wollt gestern nach münchen und konnt nicht;(
Icarus Line
2008-05-04 14:07:50 Uhr
Das Konz. war ja der Hammer.
Die Jungs haben mich und zwei Freundinnen in den Backstagebereich eingeladen, den wir ordentlich verwüstet haben. Was für Wilde, erst haben sie sich mit Essen beworfen, dann alles was aus Glas bestand zerbrochen. Und dann hat mir der Basser noch 20 Euro geschenkt, damit ich mir die mir fehlenden zwei CDs der Bands kaufen kann. Endgut.
Icarus Line
2008-05-03 19:34:52 Uhr
Yeah, heute für'n Siebener in Dortmund!
Und natürlich will keiner mit, weil sie lieber in der Dorfkneipe ein gemütliches Bierchen zechen wollen. Scheiß heutige Jugend ohne Gespür für Partys.
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