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Bauhaus - Go away white

Bauhaus- Go away white

Cooking Vinyl / Indigo
VÖ: 07.03.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Einstürzende Altbauten

Das Bauhaus war eine international bekannte deutsche Schule für Kunst, Design und Architektur in den frühen Jahrzehnten des letzten Jahrhundert, die gerne mit dem Begriff "Neue Sachlichkeit" in Verbindung gebracht wird. Dass die ehemaligen Kunststudenten rund um Peter Murphy damals diesen Namen (und auch das Logo) für ihre Band wählten, war sicher kein Zufall, obwohl ihre Musik nunalles andere als "sachlich" zu nennen war und ist. Vielleicht bezogen sie sich zu allererst auf die Art und Weise, wie Musik und Texte zustande kamen, denn daran, dass Bauhaus kopflastige Songs und Alben produzierten, kann kein Zweifel bestehen. Die divenhaften Auftritte von Großmeister Murphy, in denen gerade die wenig sachlichen Leiden, die mit dem Leben einhergehen, im Vordergrund stehen, unterstreichen in ihren Inszenierungen den Anspruch an Perfektion.

Zum Namen passt auch, dass Bauhaus vor dreißig Jahren mal eben ein neues Musikgenre erfunden haben, das bis heute viele, jedoch meist weniger kompetente Nachahmer hat - in den Gruftiediscos von heute sieht und hört man oft genug mehr oder wenige komische Imitate von Peter Murphy. Aber alles hat seine Zeit, und 25 Jahre seit dem letzten regulären Studioalbum sind kein Pappenstiel - selbst wenn das andere Bands sogar noch überbieten. In solchen Zeiträumen wird so mancher hoffnungsvolle Kunststudent zum erfolgreichem Lieblingskünstler des Establishment oder aber zum Taxifahrer. Für Murphy und den Rest, meist als Love and Rockets und in den USA durchaus erfolgreich unterwegs, bewegt sich die Wahrheit irgendwo zwischen diesen Extremen. Erfolg ist relativ, und so erfolgreich wie gemeinsam als Bauhaus war keine Fraktion alleine.

Apropos Fraktion: Das Ende von Bauhaus in den Achtzigern war keine schöne Sache, und auch die letzte "Resurrection" ist mit dem frischen Album "Go away white" schon wieder reif für die Gruft. Das stimmt für den Inhalt des Albums nicht ganz, aber leider ist dieser Schwanenabgesang auch nicht wirklich des großen Namens würdig. Die Pinselstriche sind generell gröber, und an zu vielen Stellen ist die Deckung des neuen Anstrichs auf der alten Fassade auch nicht mehr ganz ausreichend. So kommt etwa "Adrenalin" als schwaches Selbstplagiat von "Nerves" daher, und der halbgare Versuch, die Ähnlichkeiten mit einer rockigen Gitarre zu kaschieren, führt auch zu keinem mitreißendem Ergebnis. Bauhaus meißelten in ihren jungen Jahren auch textlich subtilere Gebilde als das nach Gejammer alter Männer mit Kugelschreibern klingende "Too much 21st century".

Ist es die konsequente, aber fehlgeleitete Weiterführung eines unverständlich bleibenden künstlerischen Anspruchs, oder ist es einfach altersbedingte Egozentrik, die bewusst oder unbewusst über weite Teile des Albums Eingängigkeit ebenso wie musikalische Stringenz ignoriert? Wie um es in einem Song auf den Punkt zu bringen, pendelt etwa "Black stone heart" zwischen eher anstrengenden, von einer unmelidiösen E-Gitarre geführtem Gesang und kurzen eingängigen, leichten Liedstrukturen inklusive eines völlig unpassend erscheinenden Pfeifsolos mit Schlusschor. Zur Ehrenrettung muss aber gesagt werden, dass immer wieder durchklingt, dass die vier Briten ihr Handwerk durchaus noch beherrschen: In einigen Songs wie etwa "Saved" finden sich die unheimlichen und atmospärischen Momente, die einen Bauhaus-Klassiker ausmachen können, und auch die irrlichternde Aggressivität des "Endless summer of the damned" ist ein Gewinner. Doch zu oft fehlt der letzte Schliff, der aus einer guten Idee ein echtes Kunstwerk macht. "Go away white", dieses letzte Aufbegehren von Bauhaus, ist ein Ende mit Schatten.

(Holger Schauer)

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Highlights

  • Endless summer of the damned
  • Saved

Tracklist

  1. Too much 21st century
  2. Adrenalin
  3. Undone
  4. International bullet proof talent
  5. Endless summer of the damned
  6. Saved
  7. Mirror remains
  8. Black stone heart
  9. The dogs vapour
  10. Zikir

Gesamtspielzeit: 49:00 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
micha
2010-06-14 16:26:24 Uhr
Bei ebay gibt es die dust von peter murphy noch für wenige stunden zu ersteigern, steht erst bei einem euro. Vom sound her experimenteller, staubtrockener Pop mit orient einflüssen, ganz anders als bei Bauhaus
Sick
2008-10-10 21:57:58 Uhr
Der Rezensent sollte seine Ohren aufsperren oder weiterhin Pop hören.
Gute Platte das.
Sie
2008-03-10 15:34:15 Uhr
Juhu... "Too Much 21st Century" ist der Hammer.
Owe
2008-02-23 14:27:03 Uhr
Gleich isses soweit.
KaMZ
2008-01-14 21:01:54 Uhr
Ein Comeback auf das ich mich freue.
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