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Chris Walla - Field manual

Chris Walla- Field manual

Barsuk / Rough Trade
VÖ: 22.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Einer ohne alle

Früher war alles besser. Schuld sind immer die anderen. Und Nostalgie ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Schon klar: Derlei beschwafelte Blicke zurück erntet man öfter, wenn Bands zerbrechen oder deren Mitglieder nebenbei ihre Solokarrieren starten. Nicht immer fair, oftmals aber nur schwer vermeidbar. So auch bei Chris Walla. Der Co-Songwriter und Gitarrist der viel geliebten Death Cab For Cutie, der sich zudem mit seinen Arbeiten für etwa die Decemberists, Hot Hot Heat oder Nada Surf als Produzent der Stunde erwiesen hat, macht sich mit "Field manual" auf, das Nest zu verlassen. Wobei sich die Differenzen zu seiner Hauptband bestenfalls diskret andeuten.

Meist sind es zwar ähnliche, doch im Vergleich etwas dezenter eingesetzte Mittel, die Walla zur Abgrenzung nutzt. Das zeigt sich vor allem im groß und weit geworfenen Melancholie-Gitarren-Pop von "Everybody needs a home" oder "St. Modesto", der stets sehr konzentriert bei der Sache bleibt, überdies aber Glockenspiel- und Klavierhallräume nutzt, um seine Spannungsrichtung zu präzisieren. Und unterbreitet sich bei "Geometry &c" mit seinen "Da-dee-da-dum"s und "Whoa"s in derart überragender Verfassung, dass selbst Jimmy Eat Worlds letzte Versuche nicht nur einpacken, sondern im Grunde gleich eine andere Staatsbürgerschaft beantragen könnten. Zugleich offenbart sich hier sehr deutlich, welch immensen Anteil Walla wirklich an Death Cab For Cutie hat - und wie viel weniger elegant sie ohne ihn vielleicht wären.

Allerdings werden dadurch auch genau die Stellen ein wenig delikat, bei denen er sich bei Death Cab For Cutie allzeit auf seine Mitspieler verlassen durfte. So kann Wallas Stimme den Schritt vom College-Rock-Stampfer "The score" über den Trauerreigen "It's unsustainable" zum direkt von der Kanzel aufs Trommelfell der Lammfrommen gehuldigten Opener bisweilen nur in gelichteter Intensität mitgehen. Wenn sie ihrerseits in Intonation und verhuschelter Betonung sehr häufig an Ben Gibbard erinnert, so weiß sie dessen angespannte Mischung aus freundschaftlicher Milde und rätselhaftem Nachdruck nicht ganz zu erreichen.

Dies ist jedoch die einzige kleine Schwachstelle in einem ansonsten wirklich hervorragend heruntergebeteten Indie-Pop-Rosenkranz. So ist "Field manual" in seinem reich illustrierten Klassisismus die sichere Sache, die man erst mal hinkriegen muss. "Keep your feathers clean and dry", empfiehlt Walla im wunderbar zurückhaltenden "A bird is a song". Das ist ihm so sehr geglückt, dass man jetzt schon sagen kann: Kinder, Leute - watt hammwa jeschwoft.

(Tobias Hinrichs)

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Highlights

  • Geometry &c
  • Everybody needs a home
  • St. Modesto

Tracklist

  1. Two-fifty
  2. The score
  3. Sing again
  4. A bird is a song
  5. Geometry &c
  6. Everybody needs a home
  7. Everybody on
  8. Our plans, collapsing
  9. Archer v. light
  10. St. Modesto
  11. It's unsustainable
  12. Holes

Gesamtspielzeit: 41:48 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Pinniped
2008-01-31 21:13:00 Uhr
Kommt nicht an Death Cab ran, das wirds wohl auch nie, aber gefällt mir doch nicht schlecht.
mckfck
2008-01-30 15:01:05 Uhr
eher ein bisschen langweilig. Kommt 22.02.
Dreimal gehört und dann guten Gewissens ausgemacht.
dominik
2008-01-22 21:48:55 Uhr
so ist das also ;)
Pelo
2008-01-22 21:21:48 Uhr
Nach mehrmaligen hören gefällt mir das Album doch besser als ich oben so freudlos geschrieben habe.
Pelo
2008-01-19 12:43:38 Uhr
Ganz ok eigentlich. :)
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