Monade - Monstre cosmic

Monade- Monstre cosmic

Too Pure / Beggars / Indigo
VÖ: 15.02.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Das Mondmobil

Namen sind wie Schall und Rauch, sagt man, aber wie schön sie doch auch manchmal klingen können. Monade beispielsweise. Wer an Mona Lisa denkt, liegt dabei nicht einmal so weit daneben. Das Wort kommt zwar vom griechischen "monás", was für die Einzelheit und die Einheit steht, und war damals sicherlich nichts, was der greise Leonardo beim Pinseln seines Meisterwerkes im Kopf hatte. Aber dennoch mag man auch dem berühmten Gemälde seine Einzigartigkeit nicht absprechen. Laetitia Sader dagegen, Stimme der Band Monade, wollte damals bei der Namensgebung wohl vorrangig zum Ausdruck bringen, dass sie als einziges Mitglied ihrer Hauptband Stereolab dieses Projekt ins Leben rief.

Diese Taufe liegt nun zwar schon zwei Alben und einige Jahre Schaffenszeit zurück, aber auch der Drittling "Monstre cosmic" kann die Verwandtschaft zu Stereolab schwerlich leugnen. Das Album ist loungiges Dahingleiten in den Weiten verträumter Harmonien, so wie der nächtliche Blick aus dem Fenster die Gedanken raumschiffgleich auf die lange Reise durch ferne Sternbilder schickt. Saders dunkle Stimme haucht dazu in kindlicher Naivität denkbare Orientierungen: "There's inside an emptiness / The void of the universe". Im Inneren gibt es eine Leere, das Nichts des Universums, wie es in "Lost language" heißt.

Aber kein Grund zur Traurigkeit, dieses allumfassende Nichts ist trotz seiner Leere beträchtlich gefüllt. Mit Klavier spielenden Pokemons beispielsweise, oder Percussion schwingenden Agenten, die Damen im gepunkteten Seventies-Mini bei ihren lasziven Hüftschwüngen begleiten. Musikalisch äußert sich dies im gemächlichen Sonntagsspaziergang von "Étoile", im luftig beginnenden, aber stets aufs Neue abbrechenden "Elle topo", oder im von Bläsern begleiteten Softporno-Beat von "Regarde". "Invitation" öffnet in seinem weißem Frack die Tore zu einem chicen Ballsaal mit Prickelschampus und Kaviarbrötchen, und das Bossa-Nova-lastige "Tout en tout est un" lässt so manche Schweißperle über die erhitzten Leiber rollen.

All das ist natürlich zutiefst mit französischem Laissez-Faire durchtränkt, butterweich und sanft. Und selbst wenn sich "Entre chien et loup" im Liedverlauf mit mächtig viel Beat in ein getriebenes Wölfchen verwandelt, werden nur ganz sensible Gemüter sich an Unebenheiten stoßen. Manch einer wird so die gesamte CD, ja möglicherweise die komplette Monade- und Stereolab-Schaffensphase als ein einziges, besonders langes Stück wahrnehmen. Aber wer will sich beklagen, wenn solche nie endenden Traumreisen gerade das sind, wonach man sucht?

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • Étoile
  • Elle topo
  • Regarde

Tracklist

  1. Noir-noir
  2. Étoile
  3. Lost language
  4. Elle topo
  5. Messe joyeuse
  6. Regarde
  7. Invitation
  8. Tout en tout est un
  9. Entre chien et loup
  10. Change of destination

Gesamtspielzeit: 51:28 min.

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