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Various Artists - Alpha motherfuckers - A tribute to Turbonegro

Various Artists- Alpha motherfuckers - A tribute to Turbonegro

Bitzcore / Indigo
VÖ: 05.06.2001

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Verneigungen und Augenzwinkern

Wozu gibt es eigentlich Tribute-Alben? In einem großen Teil der Fälle muß Leichenfledderei an mehr (z.B. The Doors) oder minder (z.B. Black Sabbath) toten Bands als Hauptmotiv unterstellt werden. Im Falle des Turbonegro-Tributes "Alpha motherfuckers" sieht es nicht so düster aus mit der Motivation. Schon aufgrund der zu erwartenden eher übersichtlichen Käufergruppe ist man gewillt, den Vorwurf der Geldmacherei nach hinten zu drängen. Eher ist man geneigt, das zu vermuten, was ein "Tribute" im Wortsinn sein sollte: die Wertschätzung an eine Band, eine Verneigung vor Vorbildern, vielleicht auch einfach nur Spaß an der Musik anderer Leute.

Das Teilnehmerfeld der "Alpha motherfuckers" ist bunt gemischt: Neben den üblichen Verdächtigen wie Nashville Pussy, Supersuckers oder Zeke und nicht wirklich naheliegenden, aber einleuchtenden Bands wie den Queens Of The Stone Age oder Therapy? haben sich eine Reihe Musiker gesellt, für deren Teilnahme wohl eher die geograhische, denn die stilistische Nähe verantwortlich ist. Oder hätte jemand auf einem Turbonegro-Tribute sofort an Satyricon oder HIM gedacht? Außerdem tummeln sich noch eine Handvoll gänzlich unbeschriebener Blätter, meist aus dem skandinavischen Raum, in der Bandspalte der Trackliste.

Das Ergebnis dieser Zusammenstellung ist erwartungsgemäß durchwachsen. Gleich zu Beginn enttäuschen Nashville Pussy mit etwas übertriebener Werktreue. Ihre Version von "Age of Pamparius" wirkt schlicht nachgespielt. Therapy?s "Denim demon" hingegen zieht das Tempo gegenüber dem Original um etwa 20 Prozent an und rockt so dem Zuhörer den Arsch weg. Auch sehr gelungen ist die "Back to Dungaree High"-Interpretation der Queens Of The Stone Age: Während der ersten Songhälfte gibt Nick Oliveri den sympathischen Psychopathen von nebenan, in der zweiten Hälfte untergräbt die Leichtigkeit der Gitarre und der Perkussion die Aggressivität. Ein weiteres echtes Highlight liefern Motorpsycho mit "He's a grungewhore" ab: eine Art Space-Bar-Jazz, völlig aus dem Rahmen des Albums fallend und trotzdem nicht deplaziert.

Ganz anders ergeht es da der Kooperation von Bela B. (Die Ärzte) mit dem Denim Girl (AKA Jasmin Wagner AKA Blümchen). Sie produzieren bei ihrer Garbage-für-Arme-Version von "Are you ready for some darkness" statt Gänsehaut höchst(ens) unfreiwillige Komik. Auch das Double-Bass-Gewummer von Satyricon mag nicht so recht zu "I got erection" passen. Im Gegensatz dazu machen zuckersüße Darkwavepop-Synthies HIMs "Rendezvous with anus" erst richtig schön. Der Rest des Albums birgt - oft guten - Durchschnitt. Licht und Schatten wohin man sieht - bei einem Tribute-Sampler natürlich nicht weiter verwunderlich. Insgesamt überwiegt aber knapp das Licht. So ist "Alpha motherfuckers" sicherlich ein Tribute, das Lust auf die Originale macht, welche übrigens bis auf zwei Ausnahmen von den Alben "Ass cobra" und "Apocalypse dudes" stammen. Man muß bestimmt kein Die-hard-Turbonegro-Fan sein, um diese Platte zu mögen. Punkrockverächter sind hier aber trotzdem definitiv falsch.

(Rüdiger Hofmann)

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Highlights

  • Denim demon (Therapy?)
  • Back to Dungaree High (Queens Of The Stone Age)
  • He\'s a grungewhore (Motorpsycho)
  • Good head (ADZ)

Tracklist

  1. Age of Pamparius (Nashville Pussy)
  2. Denim demon (Therapy?)
  3. Hate the kids (Amulet)
  4. Get it on (Supersuckers)
  5. Are you ready for some darkness (Bela B. & Denim Girl)
  6. Back to Dungaree High (Queens Of The Stone Age)
  7. Rendezvous with anus (HIM)
  8. I got erection (Satyricon)
  9. No beast so fierce (Maryslim)
  10. Rock against ass (Scot Free)
  11. Sailor man (Null$katte$nylterne)
  12. Bad mongo (Griffin)
  13. Midnight nambla (Zeke)
  14. Just flesh (Peepshows)
  15. Don't say motherfucker (Spacebitch)
  16. He's a grungewhore (Motorpsycho)
  17. Good head (ADZ)
  18. Hobbit motherfuckers (Dwarves)
  19. Zonked out on hashish (Puffball)
  20. Hobbit motherfuckers (Motosierra)
  21. (I fucked) Betty Page (Samesugas)
  22. Suburban anti-christ (Ratos de Porao)
  23. Sailor man (Real McKenzies)
  24. Prince of the rodeo (Toby Dammit)
  25. Prince of the rodeo (Hot Water Music)

Gesamtspielzeit: 72:00 min.

Referenzen

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