The Fashion - The Fashion

The Fashion- The Fashion

Red Ink / Rough Trade
VÖ: 22.02.2008

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Falsche Vampirzähne

Wen kümmert schon der Inhalt, solange die Verpackung stimmt? In unserer schnelllebigen Zeit zählt ja häufig der berühmte erste Eindruck. Der dänische Grafik-Künstler Jakob Printzlau hat jedenfalls alles darangesetzt, dass gerade dieser entscheidende Blick auf das selbstbetitelte Album seiner Band The Fashion möglichst stilvoll ausfällt. Gratulation! Der Mann versteht was von seinem Fach. Vier Messer auf schwarzem Hintergrund zieren das minimalistische Cover. Selbstverständlich sind das keine öden Klingen aus einem Möbeldiscounter-Messerset, sondern ein Stiletto sowie drei weitere, nicht weniger ansehnliche Exemplare. Auf der Rückseite befindet sich dazu noch ein weiterer Blickfang, der zwar nicht durch grafische Versiertheit besticht, aber dennoch sofort das Auge des Betrachters auf sich zieht: Die Songtitel, welche ebenso auf Printzlaus Mist gewachsen sind, zeichnen nämlich ein ziemlich düsteres Bild. Von "Dead boys", "Letters from the ambulance", "The funeral dept." und zu guter Letzt von "Vampires with golden teeth" ist hier die Rede. Zählt man nach diesen initialen Eindrücken eins und eins zusammen, muss es sich bei "The Fashion" um ein waschechtes Gothic-Album mit leichtem Hang zur Mafia-Romantik handeln. Oder?

Die ersten Moll-Akkorde von "Dead boys" klingen leider weitaus weniger scharf, und nachdem man das gesamte Album gehört hat, kommt einem der Gedanke, dass "Fake boys" hier vielleicht besser als Titel gepasst hätte. The Fashion mixen viele Stile und haben Drei-Akkorde-Schrammelpop, Sample-Spielereien und eine Reggae-Nummer im Repertoire. Und dann ist da noch die zackige Single "Like knives", der beste, aber überhaupt nicht repräsentativste Song des Albums. Trotzdem fragt man sich am Ende, was das Ganze eigentlich soll. Zusammengehalten wird dieses Album nämlich nur von einem überaus dicken, klinischen Sound, der alles andere vermag, als rohe Energie rüberzubringen.

Schade ist das allemal, denn ein Stück wie "Untitled", welches an sich gar nicht mal so weit von den frühen The Oliver Twist entfernt ist, klingt durch dieses Kantenglätten leider am Ende belanglos. Wenigstens "Vampires with golden teeth" geht nicht auf Nummer sicher und darf ein wenig durch Ausgelassenheit glänzen. Dennoch werden die vom Cover geweckten Erwartungen nicht erfüllt. Mit dem ganzen Drumherum können The Fashion eigentlich nur zwei Ziele verfolgen: Entweder wollen sie an unseren Humor appellieren oder sich als Styler abseits jeglicher Originalität etablieren. Ein Album wie ein Designer-Shirt mit Totenkopf-Motiv.

(Martin Stenger)

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Highlights

  • Like knives
  • Vampires with gold teeth

Tracklist

  1. Dead boys
  2. Solo impala
  3. Untitled
  4. Letters from the ambulance
  5. The funeral dept.
  6. Like knives
  7. Alabaster
  8. Mathematics
  9. Apt.
  10. Vampires with gold teeth
  11. Roller disco inferno

Gesamtspielzeit: 38:54 min.

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  • The Fashion (9 Beiträge / Letzter am 22.03.2010 - 16:59 Uhr)

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