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Undeclinable - Sound city burning

Undeclinable- Sound city burning

Epitaph / Connected / Edel
VÖ: 28.05.2001

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Drucklose Feuerlöscher

Ist es nicht merkwürdig, daß die europäische Medienwelt in den letzten Jahren stärker denn je durch ein kleines Land geprägt wurde, das sich vorher lediglich durch den Export von Käse, Pommes und Rudi Carrell einen Namen gemacht hatte? Was haben wir den Holländern nicht alles zu verdanken? Domino-Day, Big Brother, die Mini-Playback-Show und so viele schöne Dinge, bei denen einem schon die Tränen in die Augen steigen, wenn man nur ihre Namen hört. Aber es ist ja nicht alles schlecht, was über die Grachten geschippert kommt. Denn auch die hiesige Alternative-Szene boomt kräftig. Und so hat sich auch eine kleine, aber feine Anhängerschaft des Melodycore entwickelt, an deren Spitze seit ihrem Album "One for the money" (1998) neben de Heideroosjes unangefochten eine Band steht: Undeclinable.

Ambitioniert geht es dann auch mit "Whatever" los, einem fröhlichen und unbeschwerten Song, der gute Laune in den trüben Tag zaubert. Nur böse Zungen würden an dieser Stelle behaupten, daß man mit Liedern wie "LAPD" den großen Haken rauswirft, um auf der Erfolgswelle einschlägiger US-Acts mitschwimmen zu können. Denn wer zum Teufel wird im idyllischen s'-Hertogenbosch schon ersthaft von den Gesetzeshütern aus der Stadt der Engel verfolgt? Auch das Coverbild samt Albumtitel regt zu wilden Spekulationen an, ob Undeclineable sich nicht lieber vor den hell lodernden Flammen brennender Tonnen in L.A. sähen, als vor dem seichten Rotlicht in Amsterdam. Doch leider wird im Laufe von "Sound city burning" klar, daß hier nicht vielmehr brennt als ein kleines Schwelfeuer, das sich einfach nicht voll entzünden mag.

Undeclinable schaffen es nicht, den Käse 15 Stücke lang im Rollen zu halten. Was zu Beginn noch frisch und vielversprechend erscheint, entpuppt sich dann gegen Ende eher als ein alter Gouda mit großen Löchern und teilweise fadem Geschmack. Langeweile macht sich irgendwann breit, so daß die originele Coverversion des Joe Jackson Klassikers "Is she really going out with him" beinahe ein wenig untergeht. Der versprochene Flächenbrand bleibt weitestgehend völlig aus, so daß der Punk-Feuerwehr nichts anderes übrig bleibt, als zu den Klängen von "Sound city burning" gleichgültig Däumchen zu drehen.

(Patrick Rodeck)

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Highlights

  • Whatever
  • Is she really going out with him

Tracklist

  1. Whatever
  2. Waiting for the catering
  3. LAPD
  4. Lonely and burning
  5. About me
  6. Beautiful nation
  7. Waste of time
  8. Lipsdick fantasies
  9. Cyber century
  10. Wind in our sales
  11. What you stand for
  12. Is she really going out with him
  13. Bed to the bar
  14. Cheap success
  15. Extinct family

Gesamtspielzeit: 41:50 min.

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