Cass McCombs - Dropping the writ

Cass McCombs- Dropping the writ

Domino / Indigo
VÖ: 08.02.2008

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Räucherstäbchen inklusive

Nein, als Skate-Ikone geht Cass McCombs auf den ersten Blick wirklich nicht durch. Zu schmächtig die Statur, zu zurückhaltend das Auftreten des Mannes, der immer aussieht, als fühle er sich unwohl. Dass mancher Videofrickler dennoch einige der Tracks seines letzten Albums "Prefection" hervorkramte, um damit Akrobatisches auf dem rollenden Brettchen zu untermalen, wie ein kurzes Durchsurfen des Netzes verrät, erstaunt daher zunächst - ebenso wie die Tatsache, dass das Ganze funktioniert.

Dieser Logik folgend könnte nun auch "Dropping the writ" für solche Soundtracks Verwendung finden, denn McCombs geht diesmal noch eine Spur zurückhaltender vor. Verschroben zwar, aber sehr distanziert begleitet seine hoch gleitende Stimme die mächtig angefolkten Poplieder, die so nahe am Loungesound entlang schrammen, wie es für herkömmliche Singer/Songwriter-Songs nur möglich ist. Fast scheint es ja, als ob der Gute inzwischen bewusstseinserweiternde Reisen unternommen hat, wenn man den versponnenen Chören auf "Deseret" folgt oder sich von seinen kaum fassbaren Bauschelakkorden einfangen lässt. Es ist deshalb verwunderlich, dass der CD-Hülle nicht auch einige Räucherstäbchen beigelegt wurden.

Teils übertreibt es der Wirrkopf aber, so wie beispielsweise in "Lionkiller", das dem nichts ahnenden Hörer zu Albumbeginn schrill entgegen springt. Auch kitscht es manchmal etwas zu stark - wie im Mundharmonikateil von "Pregnant pause" oder dem gutmütigen "Morning shadows". Aber für Eigensinn ist McCombs sowieso bekannt, der dann eben auch zu den genial schiefen 70s-Chören aus "Crick in my neck" führen kann. Oder im fabulös selbstironischen "That's that" von eher unattraktiven Jobs in Nachtclub-Toiletten erzählt. Ein Schelm, wer meint, dass sich McCombs gerade dadurch zum musikalischen Begleiter der Skateboardszene qualifiziert.

(Tobias Wallusch)

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Highlights

  • That's that
  • Crick in my neck
  • Wheel of fortune

Tracklist

  1. Lionkiller
  2. Pregnant pause
  3. That's that
  4. Petrified forest
  5. Morning shadows
  6. Deseret
  7. Crick in my neck
  8. Full moon or infinity
  9. Windfall
  10. Wheel of fortune

Gesamtspielzeit: 42:58 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
Gordon Fraser
2012-08-10 18:50:29 Uhr
Schickes Album, wenn auch ohne "You Saved My Life". :)

Vincent
2009-07-20 11:23:41 Uhr
You saved my life, Song des Jahres.
smörre
2008-01-26 14:29:19 Uhr
Sehr gelungenes, reichhaltiges Songwriteralbum. Super viele Ideen, dabei immer unaufdringlich verspielt. Gefällt mir gerade saugut.

Kommt am 08.02. über Domino. Worth a listen!
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