Eight Legs - Searching for the simple life

Eight Legs- Searching for the simple life

Weekender / Indigo
VÖ: 01.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

My little brother

Enttäuscht, liebe Eight Legs? Da wünscht ihr es euch doch so sehr, nicht mit anderen Bands verglichen zu werden. Höchstens vielleicht mit Velvet Underground, das dann aber sogar recht gerne. Welche Band sieht sich schon gerne als kleiner Bruder einer bereits erfolgreichen? Aber das mit der Karriere funktioniert in diesen Zeiten nicht wirklich, ohne im Musik-Dschungel wenigstens ein bisschen nach rechts und links zu schielen. Oder ohne einem Designer wie Hedi Slimane aufzufallen.

Nur weil sie aus dem selben Kaff wie William Shakespeare stammen, müssen Sam Jolly und seine drei Jungs die Musik ja nicht neu erfinden. Auf dem Debüt "Searching for the simple life" poltert einem unverzüglich das ins Ohr, was als musikalische Frucht der Leidenschaft von Eddie Argos und Johnny Borrell bezeichnet werden könnte, wenn diese beiden denn etwas füreinander empfinden würden. Man hätte eine meist laute Mischung aus schnellen Gitarren und rotzigem Cockney. Und schon ist da dieser lästige Vergleich.

Dabei sehen die Jungs nicht nur frisch, unverbraucht und vielleicht ein wenig unterfüttert aus. Auch ihr Debüt verleiht den Zuhörern stellenweise das Gefühl, einem Live-Konzert beizuwohnen. Der Opener "Wear that shirt" betört mit um die Wette flitzenden Saitenfingern und Jollys energiegeladener Stimme. Bei den etwas ruhigeren Stücken wie "Eight legs" und dem Titelstück zeigt er ebenfalls, dass er eben nicht nur Schreien, sondern stimmlich beeindrucken kann. Dann gibt es da noch "Blood. Sweat. Tears" mit seiner Quasi-Balailaka, das sich durch einen Hauch an Melancholie sofort in Kopf und Herz festsetzt. Es sind aber vor allem die wilderen Stücke wie "Wear that shirt", Freaking out the neighbours" und "Tell me what went wrong", die Spaß machen und unverzüglich zum Tanzen motivieren. Oder wenigstens zu einem Aussprachekurs in britischem Englisch.

Irgendetwas muss dann doch von Shakespeare auf Eight Legs übergesprungen sein, denn neben dem lyrischen Talentbeweis gelingt ihnen auf schlichte, aber nicht uninteressante Weise der Bogen vom ersten bis zum letzten Lied. Ihre Einzigartigkeit müssen Eight Legs dennoch noch entdecken. Um es mit Shakespeare zu sagen: "Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können." Ob es dieses Potential war, was Slimane ansprach? Eight Legs durften jedenfalls im vorletzten Winter zusammen mit den Models für die Dior-Modenschau laufen. Was Bruce Darnell davon hält, wissen wir allerdings noch nicht.

(Natascha Leo)

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Highlights

  • Wear that shirt
  • Eight legs
  • Searching for the simple life
  • Blood.Sweat.Tears.

Tracklist

  1. Wear that shirt
  2. Vicious
  3. Freaking out the neighbours
  4. Eight legs
  5. Searching for the simple life
  6. Pass the bucket
  7. Tell me what went wrong
  8. Spilt milk
  9. Blood.Sweat.Tears.
  10. Can't slow down
  11. These grey days

Gesamtspielzeit: 28:39 min.

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