Bambix - Bleeding in a box

Bambix- Bleeding in a box

Go-Kart / Rough Trade
VÖ: 22.02.2008

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Arschlecken und Rasur

Punkrock ist ein bisschen wie das Leben. Alles hat zwei Seiten. Chronisch abgebrannt sein, aber unbehelligt mit stacheligem Kopfputz um die Häuser ziehen können. Arschlecken und Rasur, wie Bela B. mal meinte. Im Prinzip immer die gleiche Platte machen, aber in die Blumen kotzen dürfen. Gut, als überzeugte Vegetarierin leistet sich Wick Bambix, Frontfrau und Gitarristin des niederländischen Trios, solche Geschmacklosigkeiten wahrscheinlich eher nicht. Doch wenn's um die immer gleichen Platten geht, haben Bambix eben auch schon den fünften Longplayer auf dem Kerbholz, der mal wieder denkbar entwicklungsresistente zweieinhalbminütige Song-Bömbchen zündet.

Dabei kann man wieder nicht behaupten, dass dieses Album keinen Spaß macht. Ohne Umschweife kommen Bambix mit dem losbretternden "Under the moon" aus den Startlöchern. Auch wenn Sängerin Wick im folgenden "Bottle" eine verkorkste Beziehung mit einer, nein besser zwei Flaschen Bier runterspülen will, erntet sie hektisches Kopfnicken. Mit jedem der 13 Songs wächst aber das dumpfe Gefühl, dass da nicht mehr viel kommt außer aggressiv kumpelndem Gesang, simplen Riffs aus der Fischbrat- und Drums aus der Waschküche. Vielleicht gefallen einem die ersten beiden Stücke gar nur so gut, weil es nun mal die ersten beiden sind?

Immerhin: Man erfährt, dass Wicks treuer Hund "Tyra Banks" hieß und von einem rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer plattgefahren wurde und möchte ihr für die krächzende Vokalakrobatik bei der Bibelschelte "Leave Luke be" dringend die Erkältungsprodukte der gleichnamigen Herstellers anempfehlen. Auch mäßig launige Wortspiele wie "Mount Neverest" oder "Viva las vegans" zeugen von Spaß an der Freude - doch all diese kleinen Randerscheinungen bleiben stärker im Gedächtnis, als die mit der Zeit immer planere musikalische Ausdrucksform. Bahnbrechende Abwechslung und haarsträubende Stilschwenks hatte zwar niemand erwartet, aber vielleicht ein wenig mehr Enthusiasmus und Frische. Ewiges StudiVZ as usual sozusagen. Die Phantasiebegabten unter den Fans brauchen sich dieses Album also nicht einmal zu kaufen, sondern nur vorzustellen - nicht das Schlechteste, wenn man mal wieder chronisch abgebrannt ist.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Under the moon
  • Bottle
  • Tyra Banks

Tracklist

  1. Under the moon
  2. Bottle
  3. Mount Neverest
  4. Tiny tune
  5. Leave Luke be
  6. Bleeding in a box
  7. Dirtpath
  8. Tyra Banks
  9. Easy come, easy go
  10. You and me
  11. Viva las vegans
  12. Always
  13. To not do

Gesamtspielzeit: 37:21 min.

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