Rivers Cuomo - Alone: The home recordings of Rivers Cuomo

Rivers Cuomo- Alone: The home recordings of Rivers Cuomo

Geffen / UMIS / Universal
VÖ: 05.02.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

The Babylon of Rivers

Die Wege des Herrn sind bisweilen bekanntermaßen unergründlich. Das wissen nicht nur die bibelfesten und gläubigen Zeitgenossen unter uns, sondern auch diejenigen, die Religion damals in der Schulzeit quasi als entspannte Freistunde mitgenommen haben und ansonsten einfach mit offenen Augen durchs Leben gehen. Und dass man auch beim in klosterähnlichen Verhältnissen aufgewachsenen Rivers Cuomo mitunter nicht so recht weiß, woran man ist, weiß jeder Weezer-Fan zu Genüge.

Nicht nur im Bandumfeld, sondern auch auf seinem aktuellen Soloalbum macht Cuomo da keine Ausnahme. Er ist und bleibt einfach ein eigenartiger Kautz, der das macht, worauf er Bock hat. Anders ist beispielsweise "The bomb", eine vollkommen trashige Coverversion des Ice-Cube-Klassikers, in der er mit reichlich Verzerrung in bester Beastie-Boys-Manier rappt, nicht zu erklären. Oder auch "This is the way", ein beinahe schon kuscheliges Etwas im ungewohnten Synthie-Gewand, das laut Booklet eventuell auch den Weg auf das für dieses Jahr noch zu erwartende neue Weezer-Album finden könnte. Keine Ahnung, ob das als Drohung zu verstehen war. Kaum zu glauben.

Ist aber zunächst auch erst mal vollkommen egal. Denn letztendlich gibt es noch jede Menge famoses Zeug auf "Alone: The home recordings of Rivers Cuomo" zu hören, gewährt der gute Mann damit doch einen unterhaltsamen Einblick in seine in Eigenregie erstellten Demos, Ideen und Songschnipsel aus den Jahren 1992 bis 2007. Ganz vorne mit dabei sind die Beiträge aus dem leider nie fertig gestellten "Songs from the black hole"-Album Mitte der Neunziger. Sei es die melancholische Pianoballade "Longtime sunshine", das schräge und leicht spacig wirkende "Blast off!" oder der großartige Ohrwurm "Superfriend" - immer findet Cuomo die richtige Mischung aus zuckersüß und bekloppt. Und scheinbar noch einiges mehr, wie diese Demos verraten. So war es damals.

Apropos damals. Das ursprüngliche Demo von Weezers kommerzieller Durchbruchssingle "Buddy Holly" ist natürlich auch vertreten - inklusive im Booklet nachzulesender interessanter Entstehungsgeschichte. Furztrocken und doch beinahe hymnisch geht Cuomo bei "Crazy one" aus der Post-"Pinkerton"-Phase zur Sache, bevor er mit dem Dion-Cover von "Little Diane" den Stadionrocker raushängen lässt und zum Schluss mit dem zu "Make believe"-Zeiten entstandenen "I was made for you" sämtliche Register für ein perfektes Liebeslied zieht. Dass er den Song damals nicht grundlos geschrieben hat, dürfte spätestens jetzt klar sein.

(Jochen Gedwien)

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Highlights

  • Blast off!
  • Superfriend
  • Crazy one
  • I was made for you

Tracklist

  1. Ooh
  2. The world we love so much
  3. Lemonade
  4. The bomb
  5. Buddy Holly
  6. Chess
  7. Longtime sunshine
  8. Blast off!
  9. Who you callin' bitch?
  10. Wanda (You're my only love)
  11. Dude, we're finally landing
  12. Superfriend
  13. Lover in the snow
  14. Crazy one
  15. This is the way
  16. Little Diane
  17. I wish you had an axe guitar
  18. I was made for you

Gesamtspielzeit: 45:11 min.

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