The Helio Sequence - Keep your eyes ahead

The Helio Sequence- Keep your eyes ahead

Sub Pop / Cargo
VÖ: 25.01.2008

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Ausgeflogen

Eine Liebschaft mit einem Album beginnt meistens schon mit dem ersten Blick auf das Cover. Bildet dieses Cover ein faszinierendes Stilleben aus verschrobener Avantgarde und Lebensbezug, beginnt die Beziehung binnen weniger Augenblicke. Und kommt wie im Fall der mittlerweile fünften Veröffentlichung des Duos The Helio Sequence aus Portland noch ein rätselhafter Plattenname hinzu, kann so einer Liebschaft sogar eine große Zukunft gewiss sein. Man hat den schönen Satz "Keep your eyes ahead" kaum vernommen, da steckt man schon mit beiden Ohren in einem süßlichen Sud aus lupenreiner Popmusik.

Während man den blauen Vögeln noch beim Entschwinden in die sternenlose Nacht zusieht, beginnt man bereits, sich auf die Abenteuer des Openers "Lately" einzulassen, der in all seiner Harmoniesucht das Stimmungsbild der folgenden Platte großartig auffängt. Das Stück lässt sich treiben und überlässt den wertvollsten Schatz der Freiheit. Keyboards beschreiben eine wohlige Basis, das Schlagzeug zaubert einen erdigen Rhythmus, bis die Stimme Brandon Summers das Geschehen zu einem irdischen Vergnügen herunterholt. "The captive mind", das um Modest Mouse und die Simple Minds herumschleicht, wird wenig später zum wahrhaftigen Heldentribut. Und schon danach scheint klar: The Helio Sequence haben sich ihre bisher beste Platte abgerungen.

Das wundervolle "Shed your love" knistert an allen Ecken und Enden, erinnert an den finnischen Barden Jukka Salminen von Tapes und erweist sich als melancholische Triebfeder von "Keep your eyes ahead". Schon kurz darauf wird diese intime Atmosphäre durch das erschütternde Titelstück aufgebrochen, wird einmal durch die Luft geworfen, bis sich Bass und Schlagzeug nach ihrem Strudel wieder finden und zum unbändigen Tanzen auffordern. Zwischen all den elektronischen Hilfsmitteln, den Keyboards, dem Knistern und Rauschen, bleiben die Songs am Leben und funktionieren auch problemfrei in freigelegter Folk-Manier, wie das dylaneske "Broken afternoon" beweist.

Wie ein roter Faden zieht sich eine Ahnung durch diese Platte, dass man die eben gehörte Melodie schon längst aus dem Radio kennt, dass man dieses Arrangement schon irgendwo in der Plattensammlung finden kann. Man wird niemals darauf kommen. The Helio Sequence legen ihre Fährten so geschickt, dass sie im selben Moment schon wieder verwischt werden. Es scheint aus diesem umhüllenden, seidigen Sounderlebnis kein Entkommen möglich. Zu schön und sanftmütig erschleichen sich die zehn Songs ihren Weg in jedes offene Herz und beschreiben eine tiefe Freundschaft, von der man vor 37 Minuten und sieben Sekunden noch gar nicht wusste, dass es sie gibt.

(Christian Preußer)

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Highlights

  • Keep your eyes ahead
  • Back to this
  • Broken afternoon

Tracklist

  1. Lately
  2. Can't say no
  3. The captive mind
  4. You can come to me
  5. Shed your love
  6. Keep your eyes ahead
  7. Back to this
  8. Hallelujah
  9. Broken afternoon
  10. No regrets

Gesamtspielzeit: 37:07 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
lego
2012-06-17 16:01:35 Uhr
im september kommt ein neues album, hurra!
klostein
2008-02-11 01:14:53 Uhr
Ist doch echt super!
Soup Dragon
2008-02-10 18:11:35 Uhr
Nicht wirklich, höre zur Zeit hauptsächlich die Highlights aus dem letzten Jahr. Los Campesinos vielleicht, machen auf jeden Fall Spaß.
smörre
2008-02-10 17:49:12 Uhr
Ja, die Hot Chip kommt keineswegs an den Vorgänger ran. Hast du noch was aufm Schirm, was ich vielleicht noch nicht gehört habe?
Soup Dragon
2008-02-10 17:16:02 Uhr
Baby Dee muss ich mir auch unbedingt mal anhören, auf die Mae Shi bin ich schon lange gespannt und von hot Chip und Get Well Soon ein wenig enttäuscht.
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